Syrien: Türkei und USA wollen Einsatz von chemischen Waffen verhindern

Ein möglicher Einsatz von chemischen Waffen in Syrien stellt auch für die Türkei als Nachbarland eine große Gefahr dar. In Ankara berieten sich türkische und amerikanische Regierungsvertreter über ihr Vorgehen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die USA gibt an, die Türkei in jedem Fall zu unterstützen, wie dies genau geschehen soll, wird allerdings nicht erklärt. Unbestätigten Berichten zufolge soll das Pentagon bereits die Lokalisierung der C-Waffen durch Spezialeinheiten planen.

Die Nutzung chemischer Waffen in Syrien werde nicht geduldet, erklärte US-Präsident Obama. Um Syrien daran zu hindern, diese einzusetzen, trafen sich am Donnerstag Vertreter des US-Militärs sowie des Geheimdienstes mit türkischen Zuständigen in Ankara. Das berichtet der Guardian (die Krise in Syrien wirkt sich auch auf die türkische Wirtschaft aus – mehr hier). Beide Länder sehen die Gefahr, dass die syrische Regierung die Waffen nutzen könnte, aber auch, dass die C-Waffen in die Hände von extremistischen Kräften im Land fallen könnten.

Chemie- und Biowaffen: Notfalls werden sie zerstört

Der Los Angeles Times zufolge bestünden Hinweise darauf, dass das Pentagon plane, Spezialeinheiten nach Syrien zu schicken, um die Vorräte an Chemie- und Biowaffen zu sichern oder auch zu zerstören. Das jedoch nur in dem Fall, wenn die Waffen unbewacht oder in Gefahr seien, Extremisten wie der Al-Qaida oder der Hisbollah zuzufallen.

Assad hatte zwar erklärt, dass sein Land in Besitz von Massenvernichtungswaffen sei, versicherte aber öffentlich, dass diese nicht gegen die Bevölkerung eingesetzt würden. Regierungssprecher Jihad Makdissi hatte allerdings zuvor gewarnt, dass Syrien diese Waffen womöglich doch einsetzen könne, wenn das Land „Aggressionen von außen ausgesetzt“ sei.

Korridor oder Flugverbotszone: USA verhalten sich passiv

In Ankara seien die US-Vertreter vor allem darauf eingegangen, dass die USA sich dafür einsetzen werde, dass der Syrien-Konflikt nicht die Grenze zur Türkei überqueren werde, so der Guardian. Bisher blieben die USA trotz der Forderung der Türkei gemeinsam einen humanitären Korridor für Flüchtlinge oder eine Flugverbotszone einzurichten eher passiv (der Flüchtlingsansturm beginnt die Türkei zu überfordern – mehr hier).

Die neue Situation könnte das jedoch ändern, meint Hillary Clinton. Auch für Obama bedeutet der Einsatz von C-Waffen, dass Syrien die „rote Linie“ übertritt. Das „könnte“, so Obama, zur Militärintervention führen. Russland stärkt Syrien indes den Rücken. Vize-Außenminister Gennady Gatilov erklärte, Russland habe von Syrien „Garantien“ bekommen, dass die Chemischen Waffen nicht zum Einsatz kommen würden. Nach wie vor vermeiden die USA allerdings klare Aussagen.

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