Gül: USA unterstützt türkischen Kampf gegen PKK nicht ausreichend

Die Türkei ist unzufrieden mit der Unterstützung Washingtons in ihrem Kampf gegen den Terrorismus. Gleichzeitig gesteht der türkische Präsident Abdullah Gül jedoch ein, dass die Türkei eigentlich von sich aus in der Lage sein sollte, Maßnahmen zu ergreifen und Lösungen zu finden. Ohne, dass man sich dabei auf andere Länder verlasse.

„Gibt es noch irgendetwas, was die USA tun könnten? Natürlich. Sind die Bemühungen der USA ausreichend? Ich denke nicht. Doch jedes Land hat seine eigenen Probleme und Strategien. Sich darüber zu beschweren, was getan und eben nicht getan wurde, ist auch nicht richtig“, so Gül gegenüber türkischen Medienvertretern. Wenn ein Land der Ansicht sei, dass die Unterstützung eines anderen Landes die eigenen Probleme löse, dann wäre das ein Fehler.

Kampf gegen den Terror: Einigkeit und Solidarität demonstrieren

Im Zuge seiner vorzeitigen Rückkehr aus Kirgisistan kommentierte der türkische Staatspräsident auch die jüngsten Attacken der Terroroganisation PKK. Wie Gül betont, stünden alle politischen Führer geschlossen gegen den Terrorismus. Das habe auch deren Anwesenheit auf der Begräbnisfeier in Gaziantep gezeigt. Dort waren am 20. August bei einem Bombenattentat neun Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verwundet.

Für Gül ist es gerade in diesen Tagen von entscheidender Bedeutung, dass man Einheit und Solidarität demonstriere. Er hofft, dass der Geist von Gaziantep eine positive Botschaft aussende, die auch künftig hilfreich sein werde. Anschuldigungen, dass der Geheimdienst in Gaziantep versagt habe, wies Gül zurück. Vielmehr habe der Geheimdienst in der Vergangenheit bereits zahlreiche Anschläge vereiteln können. Darüber sei jedoch Stillschweigen bewahrt worden. Ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge vom 20. August sei bereits von der Polizei verhört worden.

Ebenfalls Position bezog Gül zu dem vermeintlich zufälligen Treffen von Anhängern der PKK mit Mitgliedern der Oppositionspartei BDP in Hakkari. Das Ganze, so der Präsident, sei „unvorstellbar“. Er selbst bezeichnete das Ganze als „großen Fehler“.

USA sicherte im März Unterstützung der Türkei zu

Welche Hilfen sich Gül konkret von der USA gewünscht hätte, darüber macht er keine konkreten Angaben. Dass die Stimmung gegenüber den USA bzw. US-Präsident Barack Obama bereits wieder besser als noch 2011 ist, das ergab erst eine im vergangenen Juni veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center. Mittlerweile glauben demnach wieder gut 24 Prozent der türkischen Bevölkerung, dass Obamas Welt-Politik richtig sei. Im Jahr zuvor waren es gerade einmal zwölf Prozent. In Deutschland sind dagegen ganze 87 Prozent von Obamas Füührungsqualitäten überzeugt (Im Gegensatz zu Goerge W. Bush genießt Obama allerdings ein sehr gutes Ansehen in der Türkei – mehr hier). Bereits im vergangenen März wurde bekannt, dass Obama bereit ist, Erdoğan mit allen in der Türkei stationierten US-Drohnen in der Niederschlagung der PKK zu unterstützen. Seine Hilfe beinhaltet auch die Kooperation bei Militäroperationen außerhalb der Türkei (die militärische Kooperation werde auch auf PKK-Stützpunkte außerhalb der Türkei ausgedehnt – mehr hier).

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