Turkstaaten streben wirtschaftliche Kooperation an: Alternative zur EU?

Auf dem Gipfeltreffen der Cooperation Council of Turkic Speaking States (CCTS), einem Zusammenschluss der turksprachigen Länder, bestehend aus der Türkei, Kirgistan, Kasachstan und Turkmenistan, wurde eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit beschlossen. Diese werde vor allem die Bereiche Energie und Transport betreffen. Damit sucht die Türkei immer weiter nach Alternativen zum Handelspartner Europa.

Vergeblich bemüht sich die Türkei ein Teil der Europäischen Union zu werden. Zuletzt zeigte man sich enttäuscht über den Stillstand bei den Verhandlungen und Russland gegenüber offen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Shanghai Five (mehr hier).

Und nun gab es ein Treffen zwischen den vier turksprachigen Ländern, in dem Schritte zu einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit festgelegt wurden. „Besonders in den Bereichen Energie und Transport, kann es keine wirklich funktionierenden Verträge ohne ohne die Turkstaaten geben“, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu bei einem Ministertreffen vor dem Gipfel in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Mit einem Zusammenschluss der Turkstaaten könne viel erreicht werden. „Wenn sich die vier Länder vereinen, wird dies den Weg für große Projekte bereiten, die Wohlstand und Frieden in Eurasien bringen werden. Außerdem werden andere Länder mit uns kooperieren“, erklärte er weiter.

Zusätzlich zu der Türkei und dem Gastgeberland Kirgisistan, nahmen die Staatsoberhäupter Kasachstan und Turkmenistan an dem Gipfel Cooperation Council of Turkic Speaking States (CCTS) am Donnerstag teil. Der CCTS wurde im Jahr 2009 auf Initiative von Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew gegründet. Die Organisation umfasst Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan und Türkei. Zwei weitere Turkstaaten – Usbekistan und Turkmenistan – sind keine Mitglieder. Der erste Gipfel fand in Almaty im Oktober 2011 statt.

Aserbaidschan jedoch wurde von seinem Premierminister und nicht dem Präsidenten İlham Aliyev vertreten. Und auch der türkische Staatspräsident Abdullah Gül musste aus gesundheitlichen Gründen verfrüht wieder abreisen. „Die CCTS bringt unsere Länder zusammen, die eine gemeinsame Geschichte, Kultur, Sprache, Religion und Hintergrund haben. Dies wird ein wichtiger Beitrag zur Kooperation in Eurasien haben. Es stellt jetzt schon ein Gegengewicht zu anderen bereits bestehenden Kooperationsmechanismen innerhalb der Region dar“ , so Ahmet Davutoğlu während seiner Rede am vergangenen Mittwoch bei dem Treffen der Außenminister der Mitgliedsstaaten.

Er betonte die Wichtigkeit der CCTS für die türkischsprachigen Länder. Denn die Zusammenarbeit der Staaten sei ein Gewinn für die Solidarität und Zusammenarbeit nach dem Zerfall der Sowjetunion. „Wir werden nur dann in der Lage sein, den Erwartungen unser Nachbarstaaten zu erfüllen, wenn wir die Kooperation weiterhin verstärken und vertiefen. Dabei wird der CTTS in allen Bereichen den maximalen Aufwand und die maximale Willenskraft aufbringen.“

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