Zu viele Flüchtlinge: Türkei stoppt Syrer an der Grenze

Mit so vielen Flüchtlingen hatte die Türkei offenbar nicht gerechnet. Nun mussten mehrere Grenzübergänge vorübergehend geschlossen werden. Ansonsten könne eine Versorgung nicht mehr gewährleisten werden. Dabei wird die Lage noch problematischer, wenn im September in der Türkei die Schule wieder beginnt. Viele Flüchtlinge kommen nämlich derzeit in Schulgebäuden unter.

An der türkisch-syrischen Grenze zeigt sich ein erschreckendes Bild. Syrer, die aus ihrem Land flüchten wollen, können von der Türkei derzeit nicht mehr aufgenommen werden. Mehrere Grenzübergänge seien vorübergehend, wie es aus Regierungsquellen heißt, geschlossen worden. Zu groß ist offenbar die Zahl der Menschen, die bereits in Flüchtlingscamps in der Türkei untergekommen ist. In der vergangenen Nacht seien 2.000 Syrer an einem Übergang in der Provinz Hatay an der Einreise in die Türkei gehindert worden.

„Wir habe keinen Platz mehr, um diese Menschen zu beherbergen. Wir arbeiten daran, weitere Unterkünfte zu errichten. Wenn diese fertig sind, werden wir den Leuten erlauben, einzureisen“, erklärte ein Zuständiger, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Trotzdem habe man den Flüchtlingen Lebensmittel und humanitäre Hilfe zukommen lassen, erklärte er weiter (hier). Derweil gehe man davon aus, dass es sich nur um Stunden oder wenige Tagen handeln könne, bis die nächsten Flüchtlinge aufgenommen werden könnten.

Rund 80.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei

Besonders problematisch allerdings: Da derzeit noch Sommerferien in der Türkei sind, ist eine große Zahl der Flüchtlinge in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen untergekommen. Im September beginnt die Schule jedoch wieder. Bis dahin müssen also zusätzliche Unterkünfte eingerichtet werden. Aktuell liege die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei bei rund 80.000. Die Türkei hat bereits seit eingen Wochen, Probleme damit, die Flüchtlinge zu versorgen (auch die Gesundheitsversorgung wird allmählich knapp – mehr hier). Ende August wird Außenminister Davutoğlu um die Einstufung der jetzigen Situation als „internatiole Krise“ durch den UN-Sicherheitsrat bitten (mehr hier).

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