Hightech-Drogensuche: Neue türkische Software soll illegale Marihuana-Felder aufspüren

Wenn es nach einer türkischen IT-Firma geht, bleibt in ihrer Heimat künftig kein illegales Marihuana-Feld mehr unentdeckt. Die Fachleute haben eine Software entwickelt, mit der sich die fragwürdigen Anbaugebiete angeblich mühelos aufspüren lassen. Gleichzeitig soll sie aber auch dazu imstande sein Minenfelder und vieles mehr zu orten.

Die fragliche Software, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, würde neben einer Vielzahl anderer Funktionen, unter anderem Marihuana-Pflanzen, aber auch Minenfelder durch die Analyse von Satellitenbildern erkennen können.

Dass das Programm bereits erfolgreich arbeite, habe eine im vergangenen Juli durchgeführte große Drogen-Operation in der südöstlichen Provinz Diyarbakir unter Beweis gestellt. Denn dort sei es, neben gut 2000 Polizisten, Hubschraubern und bewaffneten Fahrzeugen, die ein Gebiet von 150 Quadratkilometern durchkämmten, bereits zum Einsatz gekommen. Weitere Einsätze dieser Art sollen geplant sein. Wie wichtig derartige Einsätze tatsächlich sind, verdeutlicht der Umstand, dass nicht nur in der Türkei, sondern auch in den angrenzenden Nachbarstaaten das Geschäft mit den Drogen blüht. Marihuana im Wert von 20 bis 30 Milliarden Dollar, so einer der zuständigen IT-Fachleute, würden um die Türkei herum angebaut werden.

Drogengeschäft der PKK lief Jahrzehnte ohne Störung

Natürlich wisse man um die Cannabis-Farmen der PKK im Südosten des Landes. Zu finden seien sie in den Sehi Wäldern in der Provinz Bitlis, in den Bergen von Amanos in der Provinz Hatay sowie an einigen Stellen in den Provinzen Bingöl und Diyarbakır. Durch ihre Tarnung als Warenlager seien sie bisher jedoch so gut versteckt gewesen, dass die Polizei sie nicht ausmachen konnte. Seit gut 20 Jahren, so heißt es weiter, seien die Polizeibeamten nicht in der Lage in diesen Regionen Operationen durchzuführen, sodass die Terrororganisation munter mit ihrem Geschäft weitermachen konnte (die PKK zählt zu den weltweit größten Drogenkurierdiensten und versorgt auch den deutschen und europäischen Markt mit Drogen – mehr hier).

Derartige Marihuana-Felder, die in entlegenen Gebieten und vermeintlich unauffällig angelegt wurden, stünden nun jedoch unter Beobachtung, wie Leute, die sich in einen „Big Brother“-Container begeben würden. Neu ausgemachte Standorte würden vor entsprechenden Polizei-Operationen natürlich vertraulich behandelt.

Doch nicht nur im Kampf gegen Drogen oder Minen könnte das Programm eingesetzt werden. Zum Einsatz könne es ebenfalls kommen, um verborgene Schätze sowie chemischen und biologischen Gefahren in Gewässern zu lokalisieren. Der Name der zuständigen IT-Firma wurde aus Sicherheitsgründen nicht in der türkischen Presse veröffentlicht. Die Polizeibehörden würden jedoch bereits Schulungen hierzu erhalten (immer wieder gelingen den Beamten große Drogenfunde – mehr hier).

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