Lebenszeichen von Cüneyt Ünal: In Syrien vermisster Kameramann taucht im staatlichen TV auf

Ein Lebenszeichen des in Syrien gefangen genommenen türkischen Kameramanns Cüneyt Ünal lässt aufatmen. Einen faden Beigeschmack hat das im staatlichen Fernsehen gezeigte Videomaterial dennoch. Es stellt ihn als Terroristen dar. Die türkische Öffentlichkeit ist entsetzt.

Die türkische Regierung hat heftig auf die Ausstrahlung von Videomaterial reagiert, das den türkischen Journalisten Cüneyt Ünal zeigt. Seit Anfang vergangener Woche gilt er in Syrien als verschollen (mehr hier)

Die Aufzeichnung von Cüneyt Ünal war auf dem regierungstreuen Nachrichtensender al-Ekhbariya zu sehen. Zuerst wurde ein Foto von ihm mit einem Raketenzünder in der Hand gezeigt, was ihn als Terroristen ausgeben sollte. Dann berichtet er von seinen Erlebnissen, seit seiner Ankunft in Syrien (auch im Libanon wurde kürzlich ein Türke entführt – mehr hier).

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu geht davon aus, dass Ünal der Inhalt diktiert worden ist. „Nachdem wir dieses Videomaterial gesehen haben, machen wir Syrien verantwortlich für die Sicherheit unseres Freundes, den Kameramann“, zitieren ihn die türkischen Medien an diesem Montag. „Jeder, der gegen den Präsidenten Bashar al-Assad ist, wird vom brutalen Regime als Terrorist angesehen“, so Davutoğlu weiter.

Auf dem Video wirkt Ünal sehr müde und hat sogar Schwierigkeiten zu sprechen. Seine blauen Augen deuten daraufhin, dass er entweder während der Entführung oder seiner Gefangennahme misshandelt worden sein muss. Ünal, der als Kameramann für den Fernsehsender Al Hurra TV arbeitet, ist seit einer Woche verschwunden. Er wurde gekidnappt, während er über den Bürgerkrieg im unruhigen Nordwesten der Stadt Aleppo, berichtete.

Insgesamt sind der Syrienkrise laut Schätzungen der in Großbritannien ansässigen regierungsunabhängigen Organisation, Syrian Observatory for Human Rights, rund 23 000 Menschen zum Opfer gefallen. Die UN schätzt die Anzahl der Toten auf 17 000 (die Türkei will das Thema vor den UN-Sicherheitsrat bringen – mehr hier).

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