Niedersächsische Ministerin Aygül Özkan: Alte Menschen dürfen nicht vergessen werden

Die Alten und Schwachen unserer Gesellschaft dürfen nicht vergessen werden. Deshalb fodert die niedersächsische Ministerin Aygül Özkan bei der Eröffnung eines Pflegedienestes in Hannover mehr Intresse für Pflegebedürftige aufzubringen.

Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit eröffnete kürzlich einen häuslichen Pflegedienst in Hannover. An den Eröffnungsfeierlichkeiten nahm auch der türkische Generalkonsul Tunca Özçuhadar teil. Er findet, dass der neue Pflegedienst eine große Lücke füllen würde. Außerdem anwesend war die Bezirksbürgermeisterin von Hannover-Nord. Edeltraut Geschke.

Aygül Özkan wies auf die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen hin. Sie rief die türkische Gemeinde dazu auf, seinen Senioren mehr Zuwendung zukommen zu lassen. Häufig wird besonders auf die Bedürfnisse muslimischer Pflegefälle nicht ausreichend eingegangen. Muslimische Alte oder Kranken benötigen mehr Pfleger, die einen gleichen kulturellen und religiösen Hintergrund haben und auch ihre Muttersprache, Türkisch, beherrschen. Nicht ohne Grund wies Özkan daher auch auf den Beruf des Altenpflegers hin, der auf jeden Fall Zukunft habe (mehr interkulturelle Wohngruppen und geschultes Pflegepersonal könnten Senioren mit muslimischem Hintergrund entlasten – mehr hier).

Zugang zum Beruf des Altenpflegers wird erleichtert

In Niedersachsen hat man diesem Umstand übrigens bereits Rechnung getragen. So teilten Ministerpräsident David McAllister und Sozialministerin Aygül Özkan erst Mitte August mit, dass Menschen, die in diesem Bundesland den Beruf des Altenpflegers erlernen möchten, von diesem Schuljahr an kein Schulgeld mehr zu bezahlen hätten. In Hessen etwa geht man seit einiger Zeit einen anderen Weg. Dort können Interessierte eine einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer machen, für die man mit einem Hauptschulabschluss zugelassen wird. Wer das Jahr erfolgreich besteht, erwirbt damit die Zugangsberechtigung für die dreijährige Altenpflegeausbildung. Auch kultursensible Besonderheiten werden dabei vermittelt.

Die Sozialministerin ist die erste Frau in ihrem Amt mit muslimischen Hintergrund. Sie gehört der CDU an ( ihre Ernennung sah sie als „ein gutes Signal an die Migrantinnen und Migranten in Deutschland“ – mehr hier). Seit ihrer Amtseinführung geriet sie jedoch auch in die Kritik ihrer eigenen Partei und der Presse. Zum Beispiel sorgte sie mit ihrer Ansicht, dass Kruzifixe nicht in Klassenzimmern zu hängen haben, für einen großen Aufschrei innerhalb der CDU und CSU. Aber auch andere Fauxpas lassen es nie ruhig die Ministerin werden. So ließ sie sich wiederholt mit dem Dienstwagen in ihre Heimatstadt Hamburg chauffieren. Als der Fahrer seine Überstunden bei der Personalabteilung einforderte, flog alles auf. Daraufhin entließ Özkan ihn kurzerhand, aufgrund des „Vertrauensbruches“.

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