Sorge um Abdullah Gül: Türkischer Präsident muss weiter im Krankenhaus bleiben

Die gesundheitlichen Beschwerden des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül sind offenbar ernster als bisher angenommen. Wie sein Büro an diesem Dienstag bekannt gab, sei ein für den 30. August geplanter Empfang im Çankaya Palast anlässlich des Tags des Sieges auf Grund seiner anhaltenden Ohr-Probleme abgesagt worden. Sein Krankenhausaufenthalt wurde um weitere fünf Tage verlängert.

Nachdem Gül in der letzten Woche bereits vorzeitig aus Kirgisistan abreiste, muss er nun weitere, wichtige Termine streichen. Für den Erkrankten fallen türkischen Medienberichten zufolge die Feierlichkeiten in Anıtkabir, am Mausoleum Mustafa Kemal Atatürk, ebenso aus wie im Atatürk-Kulturzentrum in Ankara. Absagen muss der Staatspräsident außerdem diverse Abschlusszeremonien an Militärschulen, unter anderem an der Medizinischen Militärakademie Gülhane (GATA).

Alle Auslandsreisen der kommenden zwei Monate verschoben

Umgehend nach seiner Rückkehr aus Kirgisistan am 23. August wurde Gül auf Grund erneut auftretender Ohr-Probleme in einem Krankenhaus gebracht. Der Rektor der Hacettepe Universität, wo sich der Präsident in ärztlicher Behandlung befindet, erklärte an diesem Dienstag, das ein Ausschuss, bestehend auch aus den Ärzten verschiedener Universitätskliniken, am späten Montagabend einberufen worden sei, um den medizinischen Zustand des Präsidenten zu diskutieren. Darauf hin habe man beschlossen, dass er weitere fünf Tage im Krankenhaus bleiben solle. Die Mediziner rieten ihm auch davon ab, an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges teilzunehmen. Als Konsequenz wurden darüber hinaus alle Auslandsreisen für die kommenden zwei Monate verschoben.

Nach der Krise in der vergangenen Woche soll sich der Präsident jedoch wieder auf dem Weg der Besserung befinden. Er selbst habe türkischen Medien zufolge erklärt, dass er seine täglichen Aktivitäten langsam wieder aufnehmen könne. Bereits am Montagabend verließ er kurzzeitig sein Krankenbett, um an einem Treffen mit Premier Recep Tayyip Erdoğan (auch um seinen Gesundheitszustand gab es Spekulationen – mehr hier) und Generalstabschef, General Necdet Özel teilzunehmen, in dem sich die Herren mit dem kürzlichen Terroranschlag in Gaziantep befassten (eine Autobombe tötete dort neun Menschen – mehr hier).

Abdullah Gül soll nicht zu oft fliegen

Bereits 2006 hatte sich Gül in der GATA einer Operation am Innenohr unterzogen. Damals soll ihm geraten worden sein, nicht allzu oft zu fliegen, damit das Problem nicht wieder auftrete. Zuletzt mussten im Juni Reisen nach Lettland und Litauen abgesagt werden. Vom 9. bis 12. September wurde der Präsident eigentlich in Schweden erwartet. Seit 2008 hat Gül wegen seiner wiederkehrenden Ohr-Infektion Reisen nach Israel, in den Irak, Iran, Russland, Italien und Kasachstan verschieben müssen.

Mehr zum Thema:

Gül: USA unterstützt türkischen Kampf gegen PKK nicht ausreichend
Gesundheitliche Probleme: Abdullah Gül bricht Visite in Kirgisistan ab
Präsident Gül: Regimewechsel in Syrien muss sofort erfolgen!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.