Bombenanschlag von Gaziantep: Terror fordert zehntes Todesopfer

Das Bombenattentat von Gaziantep, das am 20. August dieses Jahres bereits neun Menschenleben kostete, hat an diesem Mittwoch ein zehntes Opfer gefordert. Darüber hinaus wurden fünf weitere Verdächtige festgenommen.

Türkischen Medienberichten zufolge sei nun auch Yaşar Bayram, der während des Anschlags vor fast zehn Tagen schwer verletzt wurde, in den frühen Morgenstunden im Universitätskrankenhaus von Gaziantep, wo er bislang behandelt worden war, verstorben.

Die Detonation einer Autobombe vor einer Polizeistation kostete am 20. August neun Menschen, allesamt Zivilisten, darunter auch vier Kinder, das Leben. Mindestens 70 Personen wurden bei dem Zwischenfall verletzt. Türkische Behörden gehen davon aus, dass die Terrororganisation PKK hinter dem Attentat steckt. Sie selbst, so heißt es weiter, streite das allerdings ab.

Derzeit sieben Verdächtige in Haft

Unterdessen konnte die türkische Polizei am vergangenen Dienstag fünf weitere Verdächtige in Gewahrsam nehmen. Bereits zuvor wurde 13 mutmaßlich in die Attacke verwickelte Personen festgenommen. Zwei davon wurden anschließend in Haft genommen. Insgesamt befinden sich nun sieben Verdächtige in Untersuchungshaft.

Nur zwei Tage nach dem verheerenden Anschlag an einer Bushaltestelle vor der Polizeistation kam es in Gaziantep zu einem weiteren Zwischenfall, bei dem um die hundert Menschen den Parteisitz der BDP in der Provinz attackierten (die Angreifer sollen auch Molotow-Cocktails mitgeführt haben – mehr hier). Fast zeitgleich erklärten anonyme politische Quellen gegenüber der türkischen Presse, dass es sich bei den Drahtziehern des Anschlags durchaus um das syrische Regime handeln könne. Beweise habe man zu diesem Zeitpunkt allerdings keine. „Es ist bekannt, dass die PKK eng mit dem syrischen Geheimdienst, Mukhabarat, zusammenarbeitet. Assad sieht die PKK nach dem Motto ‘der Feind meines Feindes ist mein Freund’ als Verbündeten“, sagte auch Hüseyin Çelik von der AKP der Hürriyet. Die Attacke habe zum Ziel gehabt, die soziale Struktur von Gaziantep zu zerstören. Die Hälfte der Bewohner von Gaziantep seien Kurden und lebten in Frieden, so Çelik weiter. Die PKK habe zwar genug Möglichkeiten einen solchen Anschlag selbst auszuführen, doch sei auch ein Unterstützer plausibel.

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