Witze über den Islam: Neue BBC Sitcom verärgert Muslime

Humor ist, wenn man trotzdem lacht? Eine neue Comedy-Serie in Großbritannien sorgt derzeit für Unmut in der muslimischen Community des Landes. Der Grund: Die Sendung, die dort seit Anfang der Woche auf BBC1 zu sehen ist, macht offenbar Witze über den Islam.

Die neue Serie mit dem Titel „Citizen Khan“ ist erst am vergangenen Montag, den 27. August, auf Sendung gegangen. Dreh- und Angelpunkt ist das Leben eines muslimischen Gemeindeoberhaupts. Und das wird nach dem Geschmack einiger Zuschauer offenbar mit etwas zu viel Humor betrachtet. Denn wie die Daily Mail derzeit berichtet, sollen mittlerweile mehr als 200 Beschwerden eingegangen sein. Einige Zuschauer, so heißt es, seien der Meinung, dass der Islam hier gefoppt werde, Klischees über Asiaten verbreitet und sich „respektlos gegenüber dem Koran“ verhalten werde (in den USA kam vor einigen Monaten der Vorwurf der Türkei-Hetze im Fernsehen auf – mehr hier).

Vor allem eine Szene, so berichtet auch die türkische Hürriyet, habe das TV-Publikum verärgert: Darin zu sehen sei Khans Tochter mit einem ziemlich dick aufgetragenen Makeup, die sich beeilt schleunigst ein Kopftuch überzuwerfen und so zu tun, als würde sie im Koran lesen, als ihr Vater plötzlich auf der Bildfläche auftaucht. Darauf hin soll einer der Zuschauer an die BBC geschrieben haben: „Ih bin sehr enttäuscht, vor allem als der Vater rein kam und sie respektlos den Koran aufschlug.“ Ein anderer meinte: „Das ist eine schreckliche Stereotypisierung, ignorant und nur furchtbar.“

Doch bei aller Kritik gibt es natürlich auch Zuschauer, die das Format verteidigen. So werde eingeworfen, dass es hier wohl einige Menschen gäbe, die in die Serie zu viel hineininterpretieren würden. Vor allem in die Hijab-Szene. Solche Dinge, geben sie zu bedenken, passieren nunmal (in den USA sorgte die Doku-Serie All American Muslim für Wirbel – mehr hier).

Hauptfigur Adil Ray fordert zur Selbstironie auf

Ideengeber der Serie ist der britische Muslim Adil Ray, der auch die Hauptrolle als „Mr. Khan“ übernommen hat. Im BBC Frühstücksfernsehen erklärte er vor kurzem, dass die Serie der muslimischen Community die Möglichkeit gebe, über sich selbst zu lachen. Seiner Ansicht nach biete der pakistanische Mr. Khan viel Raum, Selbstironie zu beweisen. Er selbst sei jedenfalls überzeugt davon.

Mr. Khan geht dabei übrigens mit gutem Beispiel voran. Ein ums andere Mal wird die Figur auf die Schippe genommen, seine Selbstgefälligkeit vorgeführt und ihm der Spiegel über seine wahre Stellung innerhalb der Gemeinde und in der Geschäftswelt deutlich gemacht.

Episode eins, die sich mit den turbulenten Hochzeitsplänen von Tochter Shazia beschäftigt, soll nun also zu viele Klischees bedient haben. Doch offenbar hat es trotzdem gefallen: Laut einem BBC-Sprecher brachte es Folge eins auf 3,6 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 21.5 Prozent im Spätprogramm.

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