200.000 syrische Flüchtlinge: Türkische Hilfsorganisation sieht sich gerüstet

Der Präsident des türkischen Roten Halbmondes zeigt sich zuversichtlich, die nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom aus Syrien auch weiterhin bewältigen zu können. Und das, obwohl die Anzahl syrischer Flüchtlinge im Land stetig ansteigt. Die UN warnte bereits: Es könnten bald 200 000 sein.

Der Präsident des türkischen Roten Halbmondes, Ahmet Lüfti Akar, erklärte gegenüber der türkischen Presse, während einer Inspektion eines Flüchtlinglagers in Şanlıurfa, dass die Türkei sich bereits auf den möglichen Anstieg der Flüchtlinge auf 200 000 vorbereite.

Akar sagte, die türkische Regierung müsse vom schlimmsten Fall ausgehen. Seine Hilfsorganisation sehe seine Aufgabe darin, die Regierung dabei bestmöglich zu unterstützen. Sie würden alle Aufgaben, die die Türkei ihnen gebe, übernehmen. Der türkische Staat habe jedoch diese Situation bereits vor ein oder zwei Jahren kommen sehen. Es handle sich um keine „Erfindung der UN“.

Am Dienstag berichtete UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming: „Die Anzahl der syrischen Flüchtlinge, die in der Türkei ankommen, nimmt dramatisch zu. Verglichen mit letzter Woche, wo 400-500 Leute täglich ankamen, sind es in den vergangenen zwei Wochen bis zu 5000 am Tag gewesen.“ (mehr hier)

Neue Flüchtlingscamps bereits in zehn Tagen fertig

Akar fügt hinzu, dass momentan weitere Camps eingerichtet werden würden. Trotz des massenhaften Einströmens von flüchtenden Syrern würden die Zeltkapazitäten bisher ausreichen. Alle Anstrengungen verwende man derzeit darauf neue Camps in Akar, Gaziantep, Kahramanmaraş, Osmaniye und Adıyaman zu errichten. Sie sollen bereits in den nächsten zehn Tagen fertig sein.

Dennoch fordert Außenminister die internationale Gemeinschaft dazu auf, endlich zu helfen. Eine international bewachte Sicherheitszone auf syrischen Boden war bereits im Gespräch (mehr hier).

Inzwischen entschloss sich eine 500 Personen große Gruppe, die gerade die türkische Grenze erreichte, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Die Entscheidung wurde getroffen, als sie erfuhren, dass die Freie Syrische Armee ihre Gegend gesichert hätte. Auch Kinder sollen sich unter ihnen befunden haben.

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