Plakataktion „Vermisst“: Politiker fordern Stopp der umstrittenen Kampagne

Die Kritik an der Plakataktion des Innenministeriums nimmt kein Ende. Immer mehr Politiker fordern einen Stopp der Kampagne, die den Islam und Muslime insgesamt in die Nähe des Terrorismus rücke. Das Innenministerium hält jedoch weiterhin an dem 300.000-Euro-Projekt fest.

Nicht nur muslimische Verbände lehnen die aktuelle Kampagne des Innenministeriums „Vermisst“ ab. Immer mehr Politiker äußern sich zu der umstrittenen Aktion. Die Mehrheit steht dem ablehnend gegenüber. Denn damit werde eher das Gegenteil von dem bewirkt, was das Ministerium erreichen wolle (mehr hier). Das Innenministerium könne die Aktion „in die Tonne treten“, erklärte auch Sebastian Edathy, Vorsitzender des NSU-untersuschungsausschusses dem Kölner Stadtanzeiger.

NRW-Integrationsminister Guntram Schneider findet die Darstellung „ausgrenzend und kriminalisierend“, sagte er der WAZ. Innenminister Friedrich empfiehlt er Nachhilfe in „interkultureller Kompetenz“. Auch Claudia Roth will einen sofortigen Stopp der Aktion. Muslime in Deutschland fühlen sich durch die Plakate, die Bilder von Menschen mit Migrationshintergrund zeigen und die abgebildete Person mit einem schwammigen Vermisstentext in die Nähe des Extremismus rücken, unter Generalverdacht gestellt.

Mehrere muslimische Verbände, die Teil derInitiative Sicherheitspartnerschaften“ sind, hatten gegen die Plakataktion protestiert und erklärt, sie seien nicht ausreichend in die Gestaltung miteinbezogen worden (hier). Das Innenministerium wies diese Anschuldigungen zurück, die Kamapagne sei von den Verbänden abgesegnet worden (hier).

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