Schockierender Fund in Istanbul: Renovierung der Opernbühne fördert menschliche Knochen zutage

Sanierungsarbeiten am Gebäude der Staatsoper von Ankara und am Ballett-Gebäude haben jetzt zu einer grausigen Überraschung geführt. Bauarbeiter haben einen Schädel und menschliche Knochen unter dem Orchestergraben entdeckt. Sie lagen in 25 bis 30 Metern Tiefe. Die Funde wurden nun einem Museum übergeben.

Die menschlichen Knochen sowie der Schädel wurden am vergangenen Mittwoch, so berichtet die türkische Hürriyet, unter der Bühne des historischen Opernhauses und Heim der Staatsoper von Ankara sowie des Staatsballetts (ADOB) im Zuge von umfassenden Renovierungsarbeiten gefunden. Nach der Entdeckung wurden die Arbeiten umgehend unterbrochen, um Archäologen die Möglichkeit zu geben, den Ort näher zu inspizieren.

Das ADOB führt die meisten seiner Stücke in diesem historischen Gebäude aus dem Jahr 1933 auf. Einst als Ausstellungshaus errichtet, wurde es im Jahr 1984 in ein Opernhaus umgewandelt. Auch das Staatstheater nutzt die Räumlichkeiten unter dem Namen Büyük Tiyatro. Auf Grund seines hohen Alters war die Bühne mittlerweile nicht mehr ausreichend für die Bedürfnisse der Opern-Künstler. Zum Ende der letzten Saison starteten deshalb großangelegte Sanierungsarbeiten.

Ministerium für Kultur und Tourismus eingeschaltet

Beim Graben wurden dann ein Schädel-, Arm-, Beinknochen sowie Keramik aus einer Tiefe von 25 bis 30 Metern unterhalb der alten Bühne zutage gefördert. Das Direktorat, so informiert die türkische Zeitung weiter, habe bereits das Ministerium für Kultur und Tourismus eingeschaltet. Mittlerweile sei die Fundstelle auch von Fachleuten in Augenschein genommen worden.

ADOB-Direktor Aykut Çınar erklärte gegenüber der Hürriyet genau, warum die Arbeiten überhaupt in diese Tiefe vordrangen. Demnach habe man auch die alten Bühnenaufzüge restauriert. „Es gibt etwa 25 bis 30 Meter unterhalb der Bühne eine Plattform, wo die Mechanik des Aufzuges sitzt. Dieser musste ausgetauscht werden, da ja auch diese Maschinen schon sehr alt sind. Um sie zu entfernen, musste ausgegraben werden.“

Ausgrabungen unter der Aufsicht eines Archäologen

Nachdem Çınar von den Funden erfuhr, hätten er und ADOB Generaldirektor Regim Gökmen die Arbeiten sofort gestoppt, eine Sicherheitsleine installieren lassen und sowohl einen Anthropolen als auch einen Archäologen vom Ministerium angefordert. Noch in der gleichen Nacht seien die Fachleute angerückt und hätten mit ihren Untersuchungen begonnen. „Sie stellten fest, dass sich dort unten keine weiteren Überreste befinden und gaben uns die Erlaubnis unsere Ausgrabungen unter der Aufsicht eines Archäologen fortzusetzen.“ Bisher, so fährt er fort, hätte man in der Tat keine weiteren Knochen oder ähnliches gefunden. Derzeit würde ein Bericht über die Fundstücke angefertigt. „Wir haben gehört, dass die Fundstücke wahrscheinlich aus romanischer Zeit stammen. Doch wir warten auf den offiziellen Bericht.“ (derweil will die Türkei gestohlene Kunst aus den USA zurückholen – mehr hier)

Mittlerweile sind die Bauarbeiten abgeschlossen und auch die Archäologen haben die Oper wieder verlassen. Die menschlichen Überreste wurden dem Museum für anatolische Zivilisationen übergeben (in einem solchen hängt mittlerweile auch die Apollo 15 Flagge der Türkei – mehr hier). Nach Informationen der Zeitung soll der Ort zu Zeiten des Osmanischen Reiches ein armenischer Friedhof gewesen sein. Es sei durchaus möglich, dass die Knochen daher stammten.

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