Türkei: Exporte in den Iran bewahren vor Finanzkrise

Die EU ist derzeit kein vorteilhafter Handelspartner. Die Türkei hat sich deshalb genau richtig orientiert. Denn statt die sinkende Nachfrage aus Europa hinzunehmen, orientierte sie sich neu. Ein Großteil der Exportwaren landet derzeit im Mittleren Osten. Hauptabnehmer ist hier der Iran.

Die Leistungsbilanzdefizit der Türkei ist deutlich gesunken (hier). Vor allem weil die Exporte in den vergangenen Monaten angestiegen sind. Das konnte die Türkei nur erreichen, weil sie sich nach anderen Märkten umgesehen hat, da der Handelspartner Europa derzeit auf Sparkurs ist. Der aufsteigende Mittlere Osten ist deshalb genau die richtige Wahl, berichtet das Wall Street Journal. Auf diese Weise bleiben die Auswirkungen der Eurokrise geringer als erwartet.

Die Umleitung der Exporte in den Mittleren Osten ist ein Trick, den einige andere Länder ebenfalls genutzt haben. Daher steht die Türkei gut in einer Welt da, in der im Moment die meisten Länder kämpfen müssen“, erklärt Nigel Rendell, Analyst bei Medley Global Advisors in London, dem Wall Street Journal. Dabei kommt der Türkei in diesem Fall besonders die internationale Isolation des Irans zugute. In den Iran exportiert die Türkei derzeit mehr Gold als in jedes andere Land. Da viele Länder keine Finanzgeschäfte mit dem Iran abwickeln können, ist das Land auf die Exporte der Türkei angewiesen (auch Stahl aus der Türkei ist beim Iran beliebt – mehr hier). Ein Zustand, der jedoch nicht lange auf diesem Niveau anhalten wird, meint Rendel. Denn auch der Iran wird versuchen, andere Wege zu finden, mit der Situation umzugehen.

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