Twitter Hochzeit: Türkischer Bürgermeister beschreitet neue Wege

In der Türkei soll sich dieser Tage die weltweit erste Hochzeit über Twitter abgespielt abgespielt haben. Der Bürgermeister des Istanbuler Distrikts Üsküdar traute ein offenbar sehr Internet affines Paar im 140-Zeichen-Modus und schlug damit ein neues Kapitel in Sachen innovativen Hochzeitsangeboten auf.

Wie aktuell die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, hätten die beiden Verliebten unter der Leitung des örtlichen Bürgermeisters Mustafa Kara ihr Eheversprechen via des bekannten Microblogging-Dienstes abgelegt.

Kara hatte das Brautpaar, Candan Canik und Cengizhan Çelik, zuvor via Twitter befragt, ob sie den gemeinsamen Bund fürs Leben eingehen möchten. Beide antworteten ihm darauf hin mit einem schlichten, aber umso bedeutenderen „Ich will“, was der Bürgermeister unverzüglich retweetete, damit jeder die Einwilligung der besonderen Art auch wirklich sehen konnte.

Selbstredend, so berichtet das türkische Blatt, hätten im Rahmen der Trauung alle Elemente Eingang gefunden, die auch bei einer normalen Hochzeit vorkämen. Und eben ein bisschen mehr: Die Trauzeugen des Paares waren ebenfalls via Twitter mit der Außenwelt in Kontakt und auch die Erklärung zu Mann und Frau durch den Bürgermeister folgte im Anschluss über eine kurze Twitter-Botschaft.

Türkinnen und Türken besonders Internet affin

Dass eine solche Meldung eines Tages in den türkischen Gazetten auftauchen würde, ist für Beobachter der Internetszene des Landes sicher keine Überraschung. Die türkischen Bürgerinnen und Bürger geben sich Internet- und Technik affin wie kaum ein Land der Region und haben auch vor den Europäern die Nase vorn. Gerade Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind bei ihnen besonders beliebt und werden rege genutzt (das ergab eine kürzliche Alexa-Auswertung – mehr hier). Fast 34 Millionen Türken sind derzeit mittels ihres Computers, einem Mobiltelefon, Tablets, Konsolen oder anderer Geräte online. Zu ihren beliebtesten Anwendungen zählen dabei das Versenden und Empfangen von Emails, Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Instant Messages und Video-Sharing-Websites (sie verbringen mehr Zeit vor dem Computer als die Europäer – mehr hier).

Das Web dient den Menschen in der Türkei allerdings nicht nur zum privaten Vergnügen. So suchten sich in den letzten Jahren auch die unabhängigen Reporter des Landes neue Wege: Zum Beispiel über Twitter. Dort verbreiten sie das, was in den türkischen Blättern nicht sein darf oder in den Medienhäusern schlicht unerwünscht ist. Ein Trend, den auch die User erkannt haben und ihre Schreiberlinge dort zu regelrechten Stars erhoben (bei Twitter, so meint auch ein Fachmann, fänden sich die richtigen Nachrichten – mehr hier). Dass das allerdings nicht immer gut geht, das beweist der Fall des bekannten türkischen Komponisten Fazil Say (er will nach seiner Twitter-Anklage die Türkei verlassen – mehr hier).

Übrigens, Facebook und Twitter am Altar – in den USA gab es das bereits:

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