Minister Ömer Dinçer: Nur PKK-Anhänger sind gegen die 4+4+4 Schulreformen

Der türkische Bildungsminister Ömer Dinçer verteidigt die kürzlich beschlossene Bildungsreform. Nur Anhänger der Terrororganisation PKK und Säkularisten, so der Politiker, seien gegen die beschlossenen Maßnahmen, die landesweit unter dem Begriff 4+4+4 bekannt sind.

Im Interview mit İsmail Küçükkaya von der türkischen Tageszeitung Akşam stellt Ömer Dinçer heraus: „Die Mehrheit der Bürger unterstützt uns. Sie wollen ihre Kinder zur Schule zu schicken, auch mit 66 Monaten.“ Seiner Ansicht nach seien Mitglieder und Unterstützer der PKK gegen das neue Gesetz, weil dieses eine frühere Ausbildung der Kinder in türkischer Sprache vorsehe.

Diejenigen, die sagen, dass Kinder in diesem Alter noch nicht bereit für die Schule seien, so fährt er fort, würden aus den Kreisen der PKK-Anhänger stammen. Sie, davon zeigt er sich überzeugt, würden die türkische Regierung daran hindern wollen, die Kleinen in türkischer Sprache zu unterrichten. Auch Säkulare, so Dinçer weiter, seien gegen die Reformen.

Regierung will konservative Bevölkerung berücksichtigen

Angesprochen auf die religiösen Imam-Hatip-Schulen stellt der Minister weiter heraus, dass diese nichts mit der derzeitigen Schulreform zu tun hätten (diese schießen jedoch wie Pilze aus dem Boden – mehr hier). Die Neuerungen seien nicht für sie eingeführt worden. „Es hat nichts mit den Imam-Hatips tun. Wir machen das türkische Bildungssystem demokratischer und flexibler. Natürlich haben wir die Wünsche und Bedürfnisse der konservativen, religiösen Teils der Gesellschaft berücksichtigt. Sie waren die Opfer früheren Systeme.“

Dinçer beschuldigt „vermeintliche Bildungsexperten“ das Chaos im jetzigen System verursacht zu haben. Nun habe man sich die vergangenen sechs Monate vorbereitet und nichts überstürzt. Doch genau das wird derzeit von anderer Seite bestritten.  Schon bei der Verabschiedung im Parlament hatte die 4+4+4 Schureform für Aufruhr gesorgt. Nun, wenige Monate, bevor die Reform umgesetzt wird, gibt es erneut Unstimmigkeiten. Denn Bildungsexperten und Eltern sind der Ansicht, dass das Bildungssystem noch gar nicht genug Maßnahmen ergriffen hat, um die umfangreiche Reform bis März kommenden Jahres zu verwirklichen (viele fürchten allein durch das neue Eintrittsalter eine nicht zu bewältigende Schwemme – mehr hier).

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