Umfrage: Mehrheit der Deutschen will Griechenland-Austritt

Fast die Hälfte der Deutschen geht davon aus, dass Griechenland die notwendigen Reformen nicht umsetzen wird und nur ein Viertel rechnet mit einer Rückzahlung der geleisteten Finanzhilfen. Die Italiener und Spanier sind etwas optimistischer. Hier glauben noch die meisten, dass Griechenland seine Wirtschaft umbauen kann.

Während der griechische Premier, Antonis Samaras, in Europa auf Reisen geht, um mehr Zeit zur Umsetzung des Sparprogramms zu erreichen, gerät die deutsche Regierung zunehmend unter Druck. Der Unmut über die Schuldenkrise und die sich häufenden Rettungspakete erhöhen den Widerstand in der deutschen Bevölkerung gegen eine politische Union (hier). Doch auch Griechenland verliert an Sympathie in Deutschland.

54 Prozent der befragten Deutschen sind der Meinung, Griechenland sollte den Euro verlassen – nur rund ein Viertel ist für einen Verbleib in der Eurozone. Lediglich 26 Prozent glauben zudem, dass Griechenland irgendwann seine Bailout-Schulden zurückzahlen wird und die Hälfte der Deutschen geht darüber hinaus davon aus, dass das Land die notwendigen Reformen nicht umsetzen kann, die Griechenland von den internationalen Gläubigern unabhängig machen würden.

Wie die Umfrage unter 1000 Befragten deutlich macht, unterscheiden sich die Meinungen im Norden Europas gegenüber Griechenland deutlich von denen in der Peripherie. Bei den Franzosen wollen zwar lediglich 32 Prozent einen Austritt Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum, aber auch hier ist wie bei den Deutschen Bürgern die Skepsis gegenüber dem Land groß. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich finden nur rund ein Viertel der Bürger, dass die Mitglieder der Eurozone mehr tun müssten, um den Land weiterhin zu helfen. Die Italiener und Spanier sind deutlich positiver bezüglich Griechenlands Zukunft. So sind beispielsweise 88 Prozent der Italiener und 70 Prozent der Spanier einigermaßen „zuversichtlich“, dass Griechenland die Reformen umsetzen wird.

Nichtsdestotrotz geht aus der Studie auch hervor, dass die meisten Erwachsenen in den vier Ländern der Eurozone relativ optimistisch sind, wenn es darum geht, zu bewerten, ob ihre Regierungen die entsprechenden Lösungen für die Bekämpfung der Schuldenkrise finden. Besonders in Italien (83 Prozent) und in Spanien (63 Prozent) ist die Zuversicht sehr groß. Dennoch glaubt die Mehrheit der Deutschen, Franzosen, Italiener und Spanier, dass die ursprünglich viel gepriesenen Sparmaßnahmen einen negativen Effekt auf die Schuldenkrise haben.

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