Hartes Urteil auf den Malediven: 16-Jährige soll für vor-ehelichen Sex ausgepeitscht werden

Nach einer Debatte über zu freizügige Wellness-Tempel auf den Malediven, macht der entlegene Inselstaat nun erneut von sich reden. Ein hiesiges Gericht hat ein 16-jähriges Mädchen, trotz Drucks von Seiten der UN, körperliche Züchtigungen von Frauen zu senken, zu einer öffentlichen Auspeitschung verurteilt. Der Teenager hatte gestanden, Sex vor der Ehe gehabt zu haben.

Das junge Mädchen, so heißt es derzeit in den türkischen Medien, wurde nach dem Gesetz der Scharia verurteilt, nachdem sich ihre Familie beschwert hatte, dass sie im vergangenen Juli mit einem 29-jährigen Mann geschlafen habe (ein Parteifreund von Geert Wilders sieht dieses System auch auf die Türkei zukommen – mehr hier). Dieser wurde darauf hin am vergangenen Sonntag nach einer Anhörung zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Ob seine Partnerin sich tatsächlich öffentlich auspeitschen lassen muss, hängt nach Angaben eines Justizbeamten allerdings von ihr selbst ab. Alternativ könne sie sich auch für acht Monate unter Hausarrest stellen lassen. Durchgeführt würde die körperliche Züchtigung nach Anordnung des Gerichts ohnehin erst, wenn sie das 18. Lebensjahr erreicht hätte. „In den meisten Fällen entscheiden sich die Straftäter allerdings für das Auspeitschen und akzeptieren das als Teil ihrer Buße“, so der Beamte weiter (in Saudi Arabien wurde ein Frau wegen Autofahrens ausgepeitscht – mehr hier).

UN-Menschenrechtskommissarin Pillay appelliert an Malediven

Der Richterspruch kommt nur zehn Monate, nachdem UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay die Malediven dazu aufforderte, öffentliche Auspeitschungen von Frauen wegen außerehelichem oder vorehelichem Sex zu stoppen. Während ihrer Visite erkannte Pillay zwar an, dass das Land in der Wahrung der Rechte seiner 330,000 Sunniten fortgeschritten war, es auf der anderen Seite aber noch jede Menge zu tun gebe, um Frauen zu schützen.

Solche Auspeitschungsstrafen, wie sie nun der 16-Jährigen drohen, werden in der Regel von einem Dorfvorsteher verhängt, der auch als Richter fungiert (auch in Deutschland gibt es eine Paralleljustiz – mehr hier). Ausgeführt wird das Ganze mit einem Stock. Das Mädchen wurde auf Grund ihres Glaubens nach dem Recht der Scharia verurteilt, das jungen Frauen zwischen 13 und 18 Jahren vorehelichen Sex verbietet. Ihr Liebhaber erhielt seine Strafe unter weltlicher Gerichtsbarkeit wegen des Beischlafs mit einer Minderjährigen. Ein Vergehen, das mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Zugetragen hat sich der Vorfall auf dem Raa Atoll, etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptinsel Male.

Weltweit sind die Malediven vor allem als Ziel für Luxustouristen bekannt. Seit 2008 gibt es dort die Mehrparteiendemokratie. Nach dem Rücktritt des ersten gewählten Präsidenten Mohamed Nasheed, im vergangenen Februar brachen jedoch Unruhen aus.

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