Explosion im Munitionslager: 25 türkische Soldaten sterben

In der zentraltürkischen Provinz Afyonkarahisar hat sich am vergangenen Mittwoch ein schweres Unglück ereignet. Ein mit Granaten bestücktes Militärlager ist explodiert und riss 25 Soldaten in den Tod. Vier weitere wurden verletzt.

Der Zwischenfall, so berichten derzeit die türkischen Medien, ereignete sich gegen 21.15 Uhr am Mittwochabend zwischen der Nachbarschaft von Ataköy und dem Dorf Kanlıca in Afyonkarahisar. Das Lager habe sich zwar in der Nähe eines Wohngebietes, aber in einem abgesperrten Bereich befunden. Ersten Berichten zufolge kam es zur Explosion durch falsche Handhabung der Granaten bei einer Begutachtung durch Offiziere. Wie der Generalstab am Donnerstagmorgen mitteilte, starben bei dem Unglück insgesamt 25 Soldaten, vier weitere trugen schwere Verletzungen davon.

Wie es von Seiten des Generalstabs jedoch heißt, sei die Unglücksursache derzeit noch unklar. Die Verwaltungs- und Justizbehörden hätten ihre Ermittlungen aber bereits aufgenommen. Die Leichname der verstorbenen Soldaten würden nach Ankara gebracht, wo sie via DNA-Test identifizert werden sollen.

Explosion: Sabotage und Terrorattacke ausgeschlossen

Unterdessen wies der Gouverneur von Afyonkarahisar, İrfan Balkanlıoğlu, Spekulationen über eine Terrorattacke oder Sabotage zurück. Seiner Ansicht nach habe es sich um einen Unfall gehandelt. Davon geht derzeit auch Umwelt- und Forstminister Veysel Eroğlu aus.

„Der Vorfall hat sich ereignet, nachdem eine Handgranate explodiert war und dann leider zu einer großen Explosion geführt hat. Während einer Klassifizierung und einer Zählung der Granaten, kam es zu dem Unfall. Das hat nichts mit Terror zu tun“, so Eroğlu.

Augenzeugen in der direkten Umgebung glaubten zunächst an ein Erdbeben als ihre Häuser durch die schwere Explosion erschüttert wurden. Doch das wütende Feuer war schnell über weiten Teilen der Stadt zu sehen. Umgehend wurden Dutzende von Krankenwagen, Feuerwehr und Such-und Rettungsteams in das Gebiet der Explosion versandt, aufgrund Sicherheitsbedenken konnten sie allerdings nur in einem sehr begrenzten Bereich  arbeiten. Die Behörden beschränkten die Arbeit der Feuerwehrleute und Sanitäter aus Angst, dass nachfolgende Explosionen zu Verletzungen führen könnten.

Bevölkerung soll sich vor umliegenden Granaten in Acht nehmen

Offiziellen zufolge ist der Standort, in dem die Explosion stattfand, strikt für militärische Zwecke isoliert. Am Morgen nach dem Unglück warnt nun Veysel Eroğlu die Bevölkerung vor Blindgängern, die sich nach der massiven Explosion in der näheren Umgebung befinden könnten. Falls sie eine Granate entdecken würden, sollten sie sofort die Behörden informieren. Zudem sollten sie es auf jeden Fall vermeiden auch nur in die Nähe des Unglücksortes zu kommen.

http://www.youtube.com/watch?v=MLhdxybJAGc

Mehr zum Thema:

Türkei: Autobombe tötet mehrere Menschen
Türkei: PKK verübt Anschlag auf Öl-Pipeline
Feuer im Polat-Tower: Intelligentes Brandschutz-System verhinderte Todesopfer


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.