Haqqani-Netzwerk: USA betrachtet Organisation jetzt als Terrorgruppe

Die Vereinigten Staaten haben beschlossen, das in Pakistan ansässige Haqqani-Netzwerk künftig als ausländische Terrororganisation zu betrachten. Bisher hatte Washington mit Rücksicht auf die Beziehungen zu Pakistan und Afghanistan davon abgesehen.

In einem vom US-Kongress angforderten Bericht bezeichnete Außenministerin Hillary Clinton das Haqqani-Netzwerk, das für einige blutigsten Anschläge in Afghanistan verantwotlich gemacht wird, als terroristische Gruppe. Wie ein Offizieller, der mit ihr am vergangenen Freitag von Brunei ins russische Wladiwostock unterwegs war, gegenüber den Reportern angab, „unterzeichnete (Clinton) an diesem Morgen einen Bericht an den Kongress, der besagt, dass das Haqqani-Netzwerk alle gesetzlichen Kriterien für die Ausweisung als eine ausländische terroristische Vereinigung erfüllt“.

US-Kongress setzt Clinton Frist bis Sonntag

Der Kongress, so heißt es derzeit in den türkischen Medien, habe Clinton eine Frist bis Sonntag gesetzt, um darzulegen, ob das extremistische Netzwerk die Kriterien erfülle, um in diese Kategorie zu fallen und es zu einem Verbrechen in den USA mache Haqqanis in irgendeiner Weise materiell zu unterstützen. Hintergrund der Initiative war eine Serie von Attacken auf Truppen der USA und der NATO. Unter anderem starben bei einer Attacke auf ein Hotel in Kabul vergangenen Juni 18 Menschen. Pakistan, so die Anschuldigung der USA, würden Haqqani-Kämpfern Unterschlupf gewähren (Stromausfälle von bis zu 22 Stunden täglich sorgen dort für Unruhen – mehr hier).

Washington hatte sich in dieser Frage zuvor stets zurückhaltend gegeben. Die Regierung Obama wollte die Beziehungen zu Pakistan und die Friedensbemühungen in Afghanistan nicht belasten. Sanktionen gegen Führer der Gruppierung, die sowohl der Taliban als auch Al Qaida nahesteht (Amerikanische Internetexperten haben die Webseiten der Al Qaida im Jemen gehackt und Texte verändert – mehr hier), gab es von Seiten der USA hingegen schon.

Sorge um US-Offizier Bowe Bergdahl

Haqqani-Anhänger haben auf die Aufnahme in die so genannte Schwarze Liste ausländischer Terror-Organisationen mittlerweile reagiert. Wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, zeige die Entscheidung der USA, dass sie die Friedensbemühungen in Afghanistan nicht ernst nehmen würden. Für den seit 2009 von Militanten festgehaltenen US-Offizier Bowe Bergdahl bedeute dies „harte Zeiten“.

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