Syrische Flüchtlinge: Jetzt ruft auch Jordanien nach internationaler Hilfe

17.000 Syrer wollen auch in Jordanien ihre Kinder zur Schule schicken. Jordanien will zwar alles für die Flüchtlinge tun, es mangelt allerdings schon an grundlegenden Bedürfnissen wie Wasser. 70 Millionen Dollar würde der zusätzliche Aufwand für die Schulbildung kosten. Die UN müsse Unterstützung leisten, so die Forderung der jordanischen Regierung.

In Jordanien ist die Notwendigkeit der internationalen Hilfe mindestens genauso groß wie in der Türkei. Bereits 180.000 syrische Flüchtlinge haben die Grenze in das Nachbarland überquert. Nach Angaben der jordanischen Regierung werden nun auch hier die Ressourcen knapp. Dabei geht es nicht nur um den Bedarf an Wasser, der im Land selbst schon schwer zu decken ist, sondern auch um Energiefragen und Bildung.

„Wir bekommen von einer Reihe Länder Unterstützung, aber diese ist begrenzt auf die Flüchtlingscamps. Die Gelder werden dort für humanitäre und medizinische Hilfe eingesetzt“, erklärt Regierungssprecher Samih Maaytah der Tageszeitung Zaman. Bisher haben allerdings auch 17.000 Syrer in Jordanien Schulbildung beantragt. Das würde das Land geschätzte 70 Millionen Dollar kosten (in der Türkei ist auch nicht klar, wie die große Zahl der Kinder in die Schule gehen können soll – mehr hier).

Jordanien will keine Grenzen schließen

Allein im Zaatari Flüchtlingscamp im Norden des Landes sind 20.000 Syrer untergebracht. Die Regierung beantragte bei der UN 700 Millionen Dollar, um die Grundbedüfnisse der Campbewohner zu decken und die rund 80.000 erwarteten weiteren Flüchtlinge zu versorgen. Einige der Golfstaaten finanzieren zudem den Bau weiterer Camps.

Die Grenzen dichtmachten will Jordanien trotzdem nicht. „Unsere Grenzen sind für alle Flüchtlinge offen, so Maaytah. Jordanien wolle seine Verantwortung gegenüber den Menschen erfüllen (die Türkei musste Syrer bereits an der Grenze aufhalten – mehr hier).

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