Explosion im Munitionsdepot: CHP glaubt fest an Sabotage

Fünf Tage nach der verheerenden Explosion in einem Munitionslager in der zentraltürkischen Provinz Afyonkarahisar mit insgesamt 25 Toten, schürt die türkische Opposition erneut die Gerüchteküche. „Zu 99 Prozent“, so CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu, sei er sich sicher, dass der Vorfall ein Sabotageakt gewesen sei.

Derart, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, habe sich CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu gegenüber Talat Atilla von der Tageszeitung Güneş geäußert. Zu diesem Schluss sei er gekommen, nachdem er in Folge der Explosion mit einigen Kommandeuren gesprochen hätte. „Das Militär sagt, dass es sich zu 99 Prozent um einen Sabotageakt gehandelt habe“, so Kılıçdaroğlu. Auch hochrangige Mitglieder der Streitkräfte, die er nach dem Unglück konsultiert hätte, seien der Meinung, dass es „starke Hinweise auf Sabotage“ und es „mehr als ein Beweisstück“ dafür gebe, dass hier Fremdeinwirkung im Spiel gewesen sei.

Als eine Möglichkeit, so Kılıçdaroğlu weiter, könne man sich vorstellen, dass es etwa eine Zündung der Explosion über ein Handy gegeben habe. Die Kommandeure, fährt der Politiker fort, hätten darüber gesprochen, dass es zur Explosion gekommen wäre, als man einen Anruf von außerhalb bekommen hätte.

Gouverneur von Afyonkarahisar weist Terrorspekulationen zurück

Die schwere Explosion ereignete sich am späteren Abend des 5. Septembers. Als ein mit Granaten bestücktes Lager in die Luft fliegt, sterben dabei 25 Soldaten. Zunächst war die Unglücksursache noch unklar. Die Verwaltungs- und Justizbehörden, so hieß es jedoch bereits am Tag danach, hätten ihre Ermittlungen aber schon aufgenommen. Während sich die Behörden in Schweigen hüllten, trat der Gouverneur von Afyonkarahisar, İrfan Balkanlıoğlu, jedoch ziemlich schnell auf den Plan und wies sämtliche Spekulationen über eine Terrorattacke oder Sabotage zurück. Seiner Ansicht nach habe es sich um einen Unfall gehandelt. Davon ging zu dieser Zeit auch Umwelt- und Forstminister Veysel Eroğlu aus. „Der Vorfall hat sich ereignet, nachdem eine Handgranate explodiert war und dann leider zu einer großen Explosion geführt hat. Während einer Klassifizierung und einer Zählung der Granaten, kam es zu dem Unfall. Das hat nichts mit Terror zu tun“, so Eroğlu (die umliegende Bevölkerung glaubte zunächst an ein Erdbeben – mehr hier).

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