Botschafter Karslıoğlu: „Deutschland muss Türkei bei syrischen Flüchtlingen helfen“

Der türkische Botschafter in Berlin, Hüseyin Avni Karslıoğlu, fordert mehr Engagement von Deutschland in der Syrienfrage. Die bisher geringe Hilfe, die Deutschland leiste, sei „lächerlich“. Der Westen könne die Türkei und Jordanien nicht mir dem Flüchlingsstrom allein lassen.

Sein Vater war als Gastarbeiter in den 60er Jahren nach Deutschland gekommen und Karslıoğlu wuchs zum Teil in der süddeutschen Stadt Donauschingen auf. Damit ist er der erste türkische Botschafter in Deutschland, der die Sprache des Landes beherrscht. Er betont immer wieder die enge Beziehung zwischen der Türkei und Deutschland, die vor allem auch auf die guten Handelsbeziehungen zurückgehen.

In der Syrienfrage hätte er sich mehr Zusammenhalt gewünscht. In den Gesprächen mit deutschen Politikern hätten sich diese immer verständnissvoll gezeigt. „Ja wir machen ja, wir wollen ja helfen“, habe es geheißen. Taten vermisse er bis heute. „In solchen Fällen überweist man einfach das Geld oder schickt Lebensmittel an die Grenze“, so Karslıoğlu.

Doch die Situation der Flüchtlinge ist nicht das einzige Problem, mit dem die Türkei an der Grenzregion zu kämpfen hat. In der Türkei ist es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Anschlägen gekommen. „Die PKK profitiert von den Unruhen in Syrien“, erklärt der Botschafter. Zudem schüre das Assad-Regime konfessionelle Konflikte an der Grenze, wodurch die Lage immer unsicherer wird. Karslıoğlu ist sich sicher, dass das Regime letztendlich fallen wird. Das sei Assad auch selbst bewusst. Er fördere derzeit die Konflikte, um später behaupten zu können, dass es dem Land mit ihm an der Spitze besser gegangen sei.

Doch wann das geschehen werde könne auch Karslıoğlu nicht einschätzen. Das einzige was er mit Bestimmtheit sagen könne ist: „Die Grenze zwischen der Türkei, Syrien und dem Iran besteht seit 639. Das wird auch in Zukunft so bleiben.“

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