Kampf gegen den Terrorismus: Türkische Armee tötet 330 PKK-Anhänger in sieben Monaten

Die türkischen Streitkräfte (TSK) haben in insgesamt 974 Militäroperationen in der Zeit zwischen Februar und August dieses Jahres 330 PKK-Anhänger getötet. Das gab die Armee am vergangenen Montag in einer Erklärung bekannt. Damit reagieren die TSK auf Kritik an der Effektivität ihres Kampfes gegen den Terrorismus.

Neben 330 getöteten PKK-Anhängern machte die türkische Armee auch 43 Gefangene. Weitere 24 Terroristen entschieden sich im gleichen Zeitraum, sich zu ergeben. In jüngster Zeit geriet der Generalstab erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Bei Zusammenstößen mit der PKK kam es zuletzt vermehrt zu Todesopfern auf Seiten der Armee. Terrorismus-Experten führten unsichere Bedingungen an den militärischen Außenposten, schlecht ausgebildete Soldaten und einen Mangel an Geheimdienstlern als Gründe für die aktuellen Todesfälle an. Als Reaktion auf diese Vorwürfe veröffentlichte die Kommunikationsabteilung des Generalstabs nun eine Erklärung, in der die ununterbrochene Fortsetzung der Operationen gegen die Terroristen herausgestellt wird.

Aktuell Einsätze im Nordirak und in Hakkari

Ebenfalls klar stellen die TSK, dass diese Einsätze von speziell ausgebildeten Truppen erledigt würden. Behauptungen, dass die Soldaten nur ein relativ kurzes Training erhalten oder eigens dafür angeworben würden, seien nicht korrekt. Bis zum 6. September 2012 seien auf türkischer Seite 88 Personen gestorben, 54 von ihnen seien professionelle Soldaten gewesen (in den schwersten Gefechten seit Jahren starben kürzlich gut 130 Menschen – mehr hier). In der Zeit vom 5. bis 9. September habe es erneut Einsätze gegen die PKK im Nordirak gegeben. Dabei wurden 14 Verstecke angegriffen und 24 Terroristen getötet. In der Zwischenzeit wurden am vergangenen Sonntag aber auch zwei Soldaten getötet und sieben weitere bei einem Zusammenstoß mit PKK-Terroristen in Şemdinli, einem Stadtteil in der südöstlichen Provinz Hakkari, verletzt. Auch hierbei sollen 20 Terroristen getötet worden sein.

Die Operationen in diesem Gebiet, so heißt es in den türkischen Medien, würden fortgesetzt. Unterstützt wird die Armee dabei von Cobra und Sikorsky Hubschraubern sowie F-16-Kampfflugzeugen. Darüber hinaus wurden spezielle Sicherheits-Teams in die Region entsandt, um an den militärischen Operationen teilzunehmen. Ebenfalls am vergangenen Sonntag starb ein türkischer Soldat in Şırnak, nachdem eine Autobombe detoniert war. Die Explosion ereignete sich während einer Militäroperation auf dem Mount Kato im Distrikt Beytüşşebap.

Beobachter: Unruhen in Syrien schüren auch Kämpfe mit PKK

Die Kämpfe zwischen den türkischen Streitkräften und der PKK haben sich in den vergangenen Monaten intensiviert. Eine Entwicklung, die einige Beobachter mitunter auf die Unruhen im benachbarten Syrien zurückführen (ändern will die türkische Regierung ihre Strategie nicht – mehr hier). Erst vor kurzem hatte Präsident Abdullah Gül seinen Unmut über das US-amerikanische Engagement in dieser Sache geäußert. Er wünschte sich mehr Unterstützung der USA im Kampf gegen den Terror. Zugesichert wurde diese bereits im vergangenen März.

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