Angelina Jolie in Jordanien: Horrorberichte von syrischen Flüchtlingen

Die Ausführungen der syrischen Flüchtlinge, die vor der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat nach Jordanien geflohen sind, haben Hollywood-Star Angelina Jolie zu Tränen gerührt. Die Sondergesandte des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hat an diesem Dienstag ein Flüchtlingslager in Saatari besucht. Die Geschichten der Menschen seien „herzzerreißend“ und „schrecklich“ gewesen.

Ihr Besuch im Juni vergangenen Jahres in einem Flüchtlingslager in der türkischen Provinz Hatay ist noch in allzu guter Erinnerung (kurzfristig hatte sie damals der Bitte der türkischen Behörden entsprochen – mehr hier). Zweieinhalb Stunden lang sprach sie zu jener Zeit mit den Menschen, die vor dem brutalen Regime in Syrien in die Türkei geflohen waren. Sie erkundigte sich bei den Kindern, wie gut denn ihr Arabisch sei, machte Notizen und wollte vor allem mehr über das Schicksal von Frauen und Kindern wissen. Die US-Schauspielerin setzte ein Zeichen der Hoffnung im Camp nahe der Stadt Altınözü (hier die Bilder – mehr hier).

Syrische Flüchtlinge fühlen sich im Stich gelassen

Nun, etwas mehr als ein Jahr später, ist die Jolie bei syrischen Flüchtlingen in Jordanien eingetroffen. Und diesmal gelingt es ihr nicht, die Fassung zu wahren. Mit Tränen in den Augen berichtet sie von den Geschichten, die ihr die Menschen im Laufe ihres Besuchs, den sie in Begleitung von UN-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres und des jordanischen Außenministers Nasser Dschudeh absolvierte, anvertraut haben. „Ich bin sehr besorgt“, so die sechsfache Mutter, „die Welt ist sehr besorgt.“ Die syrischen Flüchtlinge hätten sie gefragt, warum denn niemand eine Lösung für sie finden würde. Vor allem die Schilderungen der Kinder hätten sie sehr bewegt. Unter diesen unschuldigen Menschen, so die Lebensgefährtin von Brad Pitt, herrsche das Gefühl, dass niemand auf ihrer Seite stünde. Sie fragten sich, wer ihnen in den kommenden Monaten helfen würde.

Fast 30.000 syrische Flüchtlinge halten sich derzeit allein im Camp in Saatari auf.  Mit gut 200.000 Flüchtlingen hat Jordanien derzeit den größten Flüchtlingsstrom in der Region zu bewältigen. Und ein Ende scheint nicht absehbar: Im Laufe der nun schon 18 Monate andauernden Unruhen im Nachbarland hat es bereits 23,000 Tote gegeben. So die Schätzungen von Aktivisten. Die gegenüber Angelina Jolie geäußerten Befürchtungen der Flüchtlinge gehen sogar noch weiter. Nicht wenige glauben, dass das Regime noch die gesamte Bevölkerung auslöschen werde.

Antonio Guterres bittet internationale Gemeinschaft um Hilfe

„Diese Mission hat ein wichtiges Ziel“, so Jolies Begleiter Antonio Guterres gegenüber den Journalisten. „So soll die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft geweckt werden.“ Denn diese müsse seiner Ansicht nach noch stärker ihre Solidarität mit den Flüchtlingen und den Ländern, die sie aufgenommen hätten, zum Ausdruck bringen. Im besuchten Camp etwa, sei die Lage desolat. Hier bedürfe es dringend internationaler Unterstützung (das Land gerät langsam an seine Kapazitätsgrenzen – mehr hier). „Ich bin dankbar dass Jordanien und die anderen Nachbarländer ihre Grenze offen lassen, um das Leben dieser Menschen hier zu retten. Sie sterben in Syrien. Wenn sie nicht mit ihren Familien flüchten könnten, wären viele der Menschen, die ich heute getroffen habe, bereits tot. Es ist schon etwas Besonders was hier geleistet wird“, zitieren die Medien die Schauspielerin. Nun führt sie ihre Reise weiter in den Libanon, den Irak und auch in die Türkei.

Nicht nur Angelina Jolie hat sich dieser Tage in die Krisenregion aufgemacht, auch Papst Benedikt XVI. tritt bereits am kommenden Freitag eine mehrtägige Reise in den Libanon an. Die 24. Auslandsreise des Oberhaupts der Katholischen Kirche soll, so die Erwartungen, den Frieden in den Vordergrund stellen. Daneben gehen Beobachter davon aus, dass er auch an die Muslime appellieren werde, in Fairness und Dialogbereitschaft mit den Christen der Region zusammenzuarbeiten. Der 85-jährige Deutsche soll sich während seines Besuchs mit verschiedenen religiösen Oberhäuptern und Politikern treffen. Auf der Agenda steht auch eine große Messe in Beirut (derweil wachsen die Ängste der Christen in Syrien – mehr hier).

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