Energie: Türkei zahlt für ungenutztes Erdgas mehr als eine Milliarde Euro

Die Türkei muss rund eine Milliarde Euro für Gas-Importe zahlen, die nie erfolgt sind. Die unterzeichneten Verträge mit Russland, Aserbaidschan und dem Iran beinhalten eine Regelung, wonach die Türkei eine festgelegte Menge an Erdgas bezahlen muss, auch wenn diese gar nicht geliefert wurde. Der türkische Energiekonzern BOTAŞ hat das allerdings durch Preiserhöhungen selbst bewirkt. Die Konsumenten drosselten nämlich den Gasverbrauch in der Folge über Jahre.

Die Türkei sucht mit allen Mitteln nach neuen Energielieferanten und das vor allem, nachdem die Importe aus dem Iran aufgrund der Sanktionen (mehr hier) weitgehend wegfallen. Deshalb überrascht es umso mehr, dass die Türkei in den vergangenen drei Jahren knapp 1,3 Milliarden Euro für Erdgas bezahlt hat, das noch nicht einmal genutzt wurde, wie die Tageszeitung Zaman, die sich auf Quellen im Energieministerium beruft, berichtet.

Der türkische Energiekonzern BOTAŞ hat sich in den mit Russland, Aserbaidschan und dem Iran unterzeichneten Verträgen zum Kauf einer bestimmten Menge von Erdgas verpflichtet – egal, ob es genutzt wird oder nicht. Mit der festgelegten „take or pay“ Regelung muss die Türkei für Gas zahlen, das noch nicht einmal importiert wurde. Doch das liegt offenbar nicht an einer falschen Schätzung des Unternehmens, sondern an den gestiegenen Preisen. Nach 2008 fiel der Verbrauch an Erdgas aufgrund von Preiserhöhungen stetig (mehr hier).

An Russland wurden für nicht erfolgte Importe rund 600 Millionen, an den Iran ebenfalls knapp 600 Millionen und an Aserbaidschan 90 Millionen Euro gezahlt.

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