Im Libanon entführt: Türkischer Staatsbürger ist wieder frei

Aufatmen bei Aydın Tufan Tekin und seinen Angehörigen. Der Mitte August im Libanon von einem schiitischen Clan entführte türkische Geschäftsmann ist wieder auf freiem Fuß. Am frühen Mittwochmorgen kam er in der Türkei an.

Mitglieder des mächtigen Meqdad-Clans hatten Aydın Tufan Tekin gemeinsam mit 20 weiteren Personen aus Syrien Mitte vergangenen Monats entführt (die Situation erinnerte an den libanesischen Bürgerkrieg – mehr hier) und laut türkischen Medienberichten zu jener Zeit schnell deutlich gemacht, dass die türkische Geisel als erstes sterben würde, wenn man ihrem verhafteten Familienmitglied in Syrien Schaden zugefügt würde. Nun kam Tekin, nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia, als letztes der Geiseln wieder frei.

Tekin sei demnach an diesem Mittwochmorgen gegen zwei Uhr auf dem Flughafen in Dalaman gelandet. Geflogen sei er mit dem Privatjet des libanesischen Premiers Najib Mikati. Begleitet wurde er von Innenminister Marwan Charbel sowie dem türkischen Botschafter in Beirut, İnan Özyıldız.

Tekin: Entführer haben ihn nicht schlecht behandelt

Die Entlassung nach 27 Tagen Geiselhaft, so Tekin gegenüber den am Flughafen anwesenden Reportern, sei für ihn „wie ein Traum“. Sowohl die türkische als auch die libanesische Regierung hätten hart daran gearbeitet, ihn freizubekommen. Gleichzeitig stellte er heraus, dass er von den Entführern offenbar nicht schlecht behandelt worden sei: „Sie erlaubten mir viele Dinge zu tun, die ich auch in meinem normalen Leben tue“, so Tekin, der nach seiner Befreiung am vergangenen Dienstag zunächst in die Botschaft in Beirut gebracht wurde, nachdem er bei einem früheren Befreiungsversuch durch die libanesische Armee verwundet wurde.

Wie seine Rettung nun vonstatten ging, darüber will der Geschäftsmann keinerlei Informationen haben. Er konnte einzig angeben, dass er während der Operation keinerlei Schüsse gehört habe.

Türkei: Reisewarnung für den Libanon seit Mitte August

Kurz nach der Massenentführung wurde im Libanon ein zweiter türkischer Staatsbürger, diesmal ein Lkw-Fahrer, gekidnapped. Darauf hin gab die türkische Regierung eine Reisewarnung heraus. Darüber hinaus sollten all jene türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die sich bereits im Libanon aufhielten, „alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen“ für ihre Sicherheit ergreifen. Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar hatten ihre Staatsangehörigen bereits nach der Massenentführung dringend angeraten, den Libanon umgehend zu verlassen, nachdem weitere Entführungen dieser Art angedroht worden waren. Der Grund: Allesamt unterstützen sie die syrische Opposition und nicht den syrischen Machthaber Bashar al Assad.

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