Parodie auf Twitter: Barack Obama Account scherzt auf Arabisch

Humor macht auch vor 140 Zeichen nicht Halt. Immer häufiger stoßen Twitter-User derzeit auf so genannte Parodie-Accounts bekannter Persönlichkeiten. Das neue Satire-Genre schreckt nicht einmal vor dem mächtigsten Mann der Welt, US-Präsident Barack Obama zurück.

Wie Al-Arabiya derzeit berichtet, können die User der Twittersphere unter @ArabicObama seit mittlerweile 16 Monaten auch der arabischen und nicht ganz ernst gemeinten Version von Barack Hussein Obama folgen. Echt, so wird schnell deutlich, ist der Account, der stolze 244,850 Follower zählt (Stand 12.8.2012), zwar nicht, dafür in seinen mehr als 22.000 Tweets aber mit jeder Menge Augenzwinkern versehen.

Zu lesen, so berichtet das Medium weiter, gäbe es etwa Statusmeldungen wie die über den libanesischen Botschafter in Washington, der permament mit ihm flirte, die romantischen Ambitionen der Herren aber von der First Lady sabotiert würden, weil diese einen Mordanschlag „unglücklicherweise“ einfach so überlebt hätte.

Zwar gilt auch bei Twitter die Regel, dass jegliche Art von Nachahmung verboten ist. Doch gegen Parodien hat der Microblogging-Dienst offenbar nichts einzuwenden. Mittlerweile, so heißt es, seien für diese spezielle Gattung sogar eigene Richtlinien aufgestellt worden. Demnach müssten derlei Accounts deutlich als Parodien gekennzeichnet sein und sich deutlich von den realen Personen unterscheiden.

Parodien erwischen jeden: Politiker, Geistliche, Prominente

Auf Arabisch existiert mittlerweile übrigens eine ganze Palette von Twitter-Parodien, darunter Politiker, Geistliche, Prominente und sogar Mitglieder des Königshauses. Laut Al-Arabiya seien seit Beginn der blutigen Unruhen vor 18 Monaten auch zahlreiche Accounts dieser Art mit Blick auf den syrischen Machthaber Baschar al-Assad entstanden. Zu lesen seien hier Nachrichten wie zum Beispiel folgende von @bashar_alasad_: „[Media Berater] Bouthaina Shaaban sagt, ich bin die schönste Präsident der Welt. 20 Millionen Syrer nennen mich eine Giraffe. Wem soll ich glauben?“ Selbst für seinen vor nunmehr zwölf Jahren verstorbenen Vater Hafez al-Assad wurde ein solcher Parodie-Account namens @hafez_assad angelegt.

Dass ein wenig humorvolle Abwechslung bei den Usern mehr als nur willkommen scheint, das zeigt unter anderem der Parodie-Account des einstigen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. @notmobarak, so schreibt Al-Arabiya weiter, habe bereits mehr als 9000 Follower. Zu den am längsten bestehenden Accounts gehöre jedoch gleichzeitig der wohl düsterste seiner Art, nämlich der von Al Qaida. Auf @alqaeda sei noch immer das Bild des im Mai 2011 getöteten Terrorfürsten Osama bin Laden zu sehen. Im Juli 2012 war hier zu lesen: „In den fünf Jahren hier auf Twitter habe ich  617 Tweets gepostet, habe 37,000 Follower gewonnen und wurde einmal erschossen.“

Westerwave, Gauck, der Papst und sogar Jesus

Vor deutschen Politikern machen Parodien natürlich ebenfalls nicht Halt. Zu den wohl bekanntesten gehört nach wie vor das Twitter-Leben von @westerwave, dessen Entstehung Guido Westerwelle noch während seiner Zeit als Außenminister „verschuldet“ hatte, als er von einem britischen Journalisten allen Ernstes verlangte, er solle seine Fragen doch bitte auf Deutsch stellen. Ebenso vertreten sind auch Bundespräsident Joachim Gauck mit @joachimgauck oder Papst Benedikt XVI. mit @thefuckingpope nebst seinem „Boss“ Jesus @jesus_m_christ.

Mehr zum Thema:

Türkisches Ministerium dementiert Zensurgerüchte: Twitter und Facebook werden nicht angetastet
Twitter Hochzeit: Türkischer Bürgermeister beschreitet neue Wege
Erdoğan macht Medien mundtot: Journalisten weichen auf Twitter aus


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.