Turkish Airlines Maschine muss umkehren: Libyen sperrt Luftraum über Benghasi

Ein Turkish Airlines Flug auf dem Weg nach Benghasi musste umkehren und zurück in die Türkei fliegen. Die libyschen Behörden haben offenbar den Luftraum über Benghasi aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das wurde nun aus Flughafenkreisen bekannt.

Wie eine Flughafenmitarbeiterin gegenüber Agence France-Presse erklärte, habe das Personal am vergangenen Donnerstagabend entsprechende Anweisungen erhalten. Aus Sicherheitsgründen, so die Dame gegenüber der Nachrichtenagentur, sollten sofort alle Flüge abgesagt werden. Zuerst betroffen gewesen sei davon eine Maschine der Tunisair, die eigentlich noch am gleichen Abend starten wollte.

Sorge wegen verschwundener Boden-Luft-Raketen

Bereits seit Dienstagabend toben Unruhen in der libyschen Hafenstadt (nach dem Mord an US-Botschafter Chris Stevens haben sich die Demonstrationen auf andere Länder in der Region ausgeweitet – mehr hier). Bisher, so die anonyme Quelle weiter, habe es keinen offiziellen Grund für die Schließung gegeben. Doch sie spekuliert, dass eine Bedrohung durch das mögliche Vorhandensein von Boden-Luft-Raketen gesehen werde. Nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi hätten westliche Nationen, die in den NATO-Einsatz verwickelt waren, vom Verschwinden von Tausenden von Boden-Luft-Raketen berichtet, die von tragbaren Raketenwerfer abgefeuert werden könnten.

Die libysche Airline Afriqiyah erklärte mittlerweile in einer Twitter-Meldung, das alle „Flüge von / nach Benina wegen [der] Sicherheitslage abgesagt“ wurden. Um welche Art von „Bedrohung“ es sich handle, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, wollte auch ein Militärvertreter nicht genau sagen. Augenzeugen zufolge sei Benghasi jedoch in der Nacht und am frühen Freitagmorgen von unbemannten Drohnen überflogen worden.

Christopher Stevens starb offenbar an Rauchvergiftung

Derweil gibt es offenbar auch neue Erkenntnisse über die Todesumstände von Christopher Stevens. Ursprünglich wurde angenommen, dass der US-Botschafter und seine drei Mitarbeiter bei der Flucht aus dem Konsulat getötet wurden, als ihr Auto von einer Rakete getroffen wurde. Jetzt behauptet der libysche Arzt Siad Abu Seid allerdings, dass Stevens offenbar am Rauch erstickt sei als er versucht habe das Konsulat zu evakuieren. Erfolglos sei im Krankenhaus versucht worden, ihn wiederzubeleben. Der Botschafter hatte auf Grund des Erstickens eine Magenblutung erlitten, sonst aber keine äußeren Verletzungen aufgewiesen.

Die USA untersuchen derzeit darüber hinaus die Möglichkeit, ob Stevens und seine Leute einem Al Qaida-Angriff zum Opfer gefallen sein könnten (von Beginn an distanzierten sich die USA von dem als Auslöser angesehenen anti-islamischen Film – mehr hier). Aus Libyen vermeldete Premier Mustafa Abu Shagur schon erste Erkenntnisse. Die Untersuchungen, so der Politiker, hätten bereits „große Fortschritte“ gemacht. Man hätte Namen und Fotoaufnahmen. Erste Festnahmen sollen bereits erfolgt sein.

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