Koordinationsrat der Muslime: Angriff auf die deutsche Botschaft zeigt den Irrsinn dieser Proteste

Auf den Angriff auf die deutsche Botschaft im Sudan am vergangenen Freitag hat nun auch der Koordinationsrat der Muslime (KRM) reagiert. Sprecher Ali Kizilkaya verurteilte die Proteste rund um den anti-islamischen Film „Die Unschuld der Muslime“ als „Irrsinn“. Derweil haben sich am Abend die Proteste fortgesetzt.

„Der Angriff auf die deutsche Botschaft in Khartum“, so der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM), Ali Kizilkaya, „zeigt den Irrsinn dieser Proteste.“ Es könne nicht sein, dass ein „Schundwerk übelster Machart“ jedes Mal solche gewalttätigen Reaktionen nach sich zieht, stellt er in einer entsprechenden Mitteilung heraus.

Taten haben nichts mit dem Glauben gemein

Nach Ansicht von Kizilkaya sei der Angriff auf die deutsche Botschaft am vergangenen Freitagnachmittag „völlig unverständlich“. Diese ziellose Entladung von Aggression zeige jedoch deutlich, dass den Gewalttätern der Anlass für ihre Taten völlig egal sei. Klar stellt der KRM-Sprecher heraus: „Mit einer besonderen Sorge um den Propheten oder dem Glauben hat und kann dieses Vorgehen nichts gemein haben.“

Rund 5000 Demonstranten hatten sich am vergangenen Freitag vor der deutschen und der britischen Botschaft versammelt. Die deutsche Niederlassung wurde gestürmt, die Flagge angezündet und stattdessen eine islamistische Flagge gehisst (Außenminister Westerwelle sprach von gewaltbereiten Demonstranten – mehr hier). Die Polizei schritt nicht ein. Wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle mittlerweile mitteilte, seien alle Mitarbeiter der Botschaft in Sicherheit.

Nachdem sich die Proteste nach dem Tod von US-Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter am vergangenen Dienstag rasant auf die umliegende Region ausgebreitet hatten (mehr hier), befürchten Beobachter nun weitere Ausschreitungen. Am Freitagabend, so meldete Reuters, hätten Demonstranten bereits Feuer an der amerikanischen Schule in Tunis gelegt. Darüber hinaus sei ein Feuer auf dem Gelände der US-Botschaft ausgebrochen. Weitere Proteste gegen den Mohammed-Film, so heißt es weiter, habe es in Ägypten, im Jemen, in Afghanistan, Malaysia, Bangladesch, Pakistan, Libanon, im Iran und im Irak gegeben.

Attacke auf deutsche Botschaft war geplant

Unterdessen wird klar, dass die Attacke des sudanesischen Mobs gegen die deutsche Botschaft offenbar keine spontane Aktion war, sondern geplant gewesen sei. Wie unter anderem Welt Online unter Berufung auf einen Bericht der „Sudan Tribune“ schreibt, habe der Gouverneur von Khartum, Abdel Rahman al Chidir, bereits am Donnerstag zur Unterstützung des Propheten aufgerufen. Daran teilgenommen, so heißt es weiter, hätten Islamistengruppen und überwiegend mit den extremistischen Salafisten verbundene Imame. Im Zuge dessen seien Forderungen laut geworden, die Botschafter Deutschlands und Großbritanniens des Landes zu verweisen. Darüber hinaus soll dort auch entschieden worden sein, „nach den Freitagsgebeten vor den beiden Vertretungen Demonstrationen abzuhalten“. Die Mehrheit der beim Zusammentreffen anwesenden Islamisten hätten friedliche Proteste abgelehnt.

Wie Innenminister Hans-Peter Friedrich gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ erklärte, habe die Bundesregierung keine konkreten Hinweise auf eine gesteigerte Anschlagsgefahr in Deutschland.

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