Serien mit Mehrwert: Griechen lernen Türkisch mit Hilfe von Seifenopern

Bereits seit einiger Zeit treten türkische TV-Serien einen Siegeszug in der arabischen Welt an. Nicht immer unumstritten, schaffen die Formate doch vor allem eines: Sie wecken im Ausland das Interesse für die türkische Sprache und Kultur. Auch im krisengebeutelten Griechenland.

„Hallo“, „Wie geht es dir?“ oder „Mein Liebling“ gehören zu den simplen Wörtern und Wendungen, die türkische Serien wie „Muhteşem Yüzyıl“, „Sıla“, „Asi“, „Acı Hayat“, „Deniz Yıldızı“ aber auch „Lale Devri“ mittlerweile auch dem griechischen Publikum näher gebracht haben.

Griechen und Türken: Keine gesellschaftlichen Unterschiede

Vor allem „Muhteşem Yüzyıl“, so berichtet die türkische Hürriyet, habe es den griechischen Zuschauern angetan. Dabei gefallen ihnen offenbar nicht nur die Handlung besonders gut, sondern auch Schauspieler wie Kenan İmirzalıoğlu, Kıvanç Tatlıtuğ und Beren Saat (vor allem arabische Männer fliegen auf sie – mehr hier).  Warum das so ist, liegt offenbar auf der Hand: „Die Griechen sagen im Allgemeinen von sich selbst, dass sie zwischen sich und den Türken nicht viele Unterschiede sehen“, so die Nachrichtenagentur Anatolia. Die türkischen Serien würden sie vielmehr an ihr eigenes Familienleben in ihrer eigenen Gesellschaft erinnern.

Und das habe, laut der Athener Restaurantbesitzerin Kostantina Ilia, auch positive Folgen auf die Verständigung. Immerhin würden die Leute durch das Ansehen der türkischen Seifenopern den ein oder anderen Happen Türkisch aufschnappen und behalten. Ihr selbst ginge es ja ähnlich. „Ich weiß nicht, ob ich die Türkei jemals besuchen kann. Doch ich würde das Land sehr gern sehen und noch mehr Türkisch lernen.“ Das sieht auch die Café-Angestellte Klea Vakifli so: „Türkische Serien zeigen starke familiäre Beziehungen“, lobt sie die vermittelten Werte (in Usbekistan kam nicht alles so gut an, hier wurde zensiert – mehr hier). Vor allem „Muhteşem Yüzyıl“ und „Sıla“ kämen ihrer Ansicht nach besonders gut bei den Griechen an.

Annäherung der Kulturen über türkische Serien

Türkische Serien werden derzeit in über 20 Ländern mit Begeisterung verfolgt. Die Soaps sind mittlerweile gar zu einer Art diplomatischen Kraft avanciert. Die Schauspieler der Serien werden wie Popstars gefeiert. Die Zuschauer finden sich in den Handlungen wieder. Nilüfer Narlı, Soziologin an der Bahçeşehir Universität, meint sogar, die Serien seien die ‘soft power’ der Türkei und würden die türkische Lebensweise verbreiten. „Der Umlauf der Soap-Operas im Ausland hat sich verstärkt. Für Araber und Einwohner der Balkan-Länder wird es immer wichtiger, die türkische Sprache zu beherrschen und die Kultur kennen zu lernen (Griechen gelten als die neuen Gastarbeiter der Türkei – mehr hier).

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