Wie ein Konzern: Die finanzielle Stärke der UEFA

Aus den Zahlen im aktuellen Finanzbericht der UEFA ist ersichtlich, dass der Verband heute wie ein börsennotierter Konzern agiert. Das ständige Aufwerten der bereits weltbekannten Turniere wie etwa die Champions League, generierte immer mehr Geldgeber und damit Rekordeinnahmen.

Kaum ein anderer Sportverband geht so erfolgreich effizient und kapitalorientiert vor, wie es die UEFA tut. Das beste Produkt des so mächtigen Verbandes ist die renommierte „Königsklasse“. Die Champions League, früher Europapokal der Landesmeister, geht stets mit namenhaften und finanzstarken Sponsoren über die Bühne. Von September bis Mai findet ein Turnier der Extraklasse statt. Die Champions League ist unumstritten der „Star“  in der Marktmatrix und erzielt die größten Einnahmen (derweil befindet sich der türkische Fußball in der Krise – mehr hier).

Eine halbe Million Euro an Eigenkapital

Die Einnahmen für die prestigevolle Champions League beliefen sich nach der Saison 2011/12 auf respektable 1,48 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote sank im einstelligen Bereich auf 494 Mio. Euro. Die weniger gewinnbringende Europa League erzielte Einnahmen in Höhe von etwa 210 Mio. Euro.  Wofür die eingenommenen monetären Mittel eingesetzt wurden, ist aus der Aussage im Jahresbericht zu entnehmen. „ Es ist die Verantwortung und Pflicht der UEFA, ihre Einnahmen so effizient und nachhaltig wie möglich zu verwenden.“, heißt es darin. Etwa eine Milliarde der Einnahmen schüttet der Verband direkt an teilnehmende Vereine in der Champions-  und Europa League aus, der Rest wird gewinnorientiert angelegt. Die Form und Dauer der Anlagen ist hingegen nicht weiter verfolgbar. Aus dem Bericht geht aber hervor, dass die Anlagen eine Summe von etwa 1 Mrd. Euro erreichen.

Kleinere Solidaritätsausschüttungen an Mitgliedsverbände

Weiterhin bedient die UEFA nationale Mitgliedsverbände mit netten Solidaritätszahlungen. Im soldarischen Finanzprogramm werden weitgehend Projekte wie zum Beispiel der Bau von Infrastrukturen für den Jugend- und Frauenfußball finanziell unterstützt. Der Pott für diese besondere Ausschüttung ist 238 Millionen Euro stark. Die Verteilung liegt im Ermessen der UEFA. Im Großen und Ganzen haben es Platini und Co. geschafft, binnen kurzer Zeit die „Königsklasse“ noch attraktiver für Sponsoren zu getalten. Damit erzielt der Vorzeigeverband immense Gewinne und wird immer handlungsstärker.

Natürlich bleibt es dem Leser überlassen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Weiter heißt es im März 2012 veröffentlichten Finanzbericht: „Natürlich bleibt es dem Leser überlassen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen, doch meiner Ansicht nach fällt der Finanzbericht der UEFA für die Saison 2010/11 äußerst zufriedenstellend aus. In einer für die europäische und die Weltwirtschaft außerordentlich turbulenten Zeit ist es der UEFA gelungen, das Schiff sicher durch den Sturm zu steuern.“, so der UEFA-Präsident Michel Platini. Klar ist, dass die Wettindustrie sowie „Global Player“- Konzerne den europäischen Fußball gezielt mit beachtlichen Geldern aufwerten. Der Profit mit dieser Art von Werbung sei hier unbeachtet. Wirksam ist die Kooperation mit der UEFA allemal.

Geht die UEFA mit der „Eliteliga“ den nächsten Schritt?

Als Resümee ist zu sagen, dass die UEFA heute ein nahezu unantastbarer „Konzern“ ist, dessen finanzielle Stärke eine neue Dimension erreicht hat. Mit seiner führenden Position im globalen Fußball, lässt sich auch irgendwann der Traum von Platini verwirklichen – eine neue starke europäische „Eliteliga“ mit ausgewählten Mannschaften zu realisieren. Hier sollen etwa die 20 besten Mannschaften aus Europa im Ligamodus spielen und die europäische Meisterschaftskrone aufsetzten (in der türkischen SüperLig reduziert man derweil den Anteil ausländischer Spieler – mehr hier).

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