Unternehmerin Boyner: „Türkei darf Kampf gegen Terror nicht auf militärische Aktionen beschränken“

Ümit Boyner erklärt, in der Türkei drohe wieder die Etablierung eines autoritäres Regierungssystems. Sie könne nicht verstehen, weshalb die Fehler der Vergangenheit erneut gemacht werden. Dazu gehöre, dass der Kampf gegen den Terror allein dem Militär überlassen werde.

Ümit Boyner, Präsidentin der Vereinigung Türkischer Geschäftsleute und Industrieller (TÜSIAD), einem der wichtigsten türkischen Unternehmerverbände, befürchtet, dass „Polarisation, Hass und Feindseligkeit“ die türkische Politik und Wirtschaft untergraben könnten.

„Wir befürchten, dass erneut ein autoritäres Regierusngssystem herrschen wird. Das macht es schwer, Lösungen für unsere Probleme zu finden“, so Boyner auf der zweiten großen Jahres-Versammlung der TÜSIAD, bei der auch Regierungsvertreter anwesend waren. Vor allem die harsche Sprache der Politiker erinnere sie an unerfreuliche vergangene Zeiten. „Wir verlieren wieder das, was wir bisher erreicht haben“, so Boyner. Der Kampf gegen den Terror, so Boyner, könne auf diese Weise nicht Erfolge erzielen. Die Politik erreiche in diesem Bereich immer weniger.

„Der Staat sollte nicht die legitimierte Politik einschränken und weiterhin innerhalb der gesetzlichen Gegebenheiten handeln“, fordert sie. Die Politik müsse wieder transparenter sein und die Regierung wieder die Interessen ihrer Bürger vertreten. Den Kampf gegen den Terror auf militärische Aktionen zu beschränken, sei dabei nicht sehr hilfreich.

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