Reaktion auf Anti-Islam-Film: Kopfgeld für Salman Rushdie steigt auf 3,3 Millionen US-Dollar

Eine religiöse Stiftung im Iran hat als Reaktion auf den anti-islamischen Amateurfilm, in dem der Prophet Mohammed verspottet wird, die Belohnung auf die Tötung des international bekannten, britischen Schriftstellers Salman Rushdie erhöht.

Rushdie, ein in Indien geborener britischer Schriftsteller, der rein gar nichts mit dem aktuell für Aufruhr sorgenden Machwerk aus den USA zu tun hat, wurde bereits im Jahr 1989 wegen der vermeintlich blasphemischen Darstellung Mohammeds in seinem Roman „Die satanischen Verse“ (1988) vom damaligen Führer Ayatollah Ruhollah Khomeini zum Tode verurteilt.

Khomeinis Fatwa – ein religiöser Edikt – wurde im Westen seinerzeit als Anstiftung zum Mord und als Angriff auf die Freiheit der Rede verurteilt. Schon damals wurde ein Kopfgeld in Höhe von einer Million Dollar für die Ergreifung Rushdies ausgelobt. Im Zuge der jüngsten Ausschreitungen um den Film „Die Unschuld der Muslime“ hat nun eine reiche religiöse Organisation aus dem Iran die bereits mehrfach erhöhte Belohnung noch einmal heraufgesetzt (Innenminister Friedrich will eine Vorführung in Deutschland unbedingt verhindern – mehr hier).

Wurzeln einer „anti-islamischen Verschwörung“ ausmerzen

„Ich erhöhe die Belohnung für die Tötung von Salman Rushdie um weitere 500.000 Dollar. Jeder, der diese Forderung umsetzt, wird das gesamte Geld sofort erhalten“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Erklärung von Hassan Sanei, den Vorsitzenden der staatsnahen Stiftung „15. Chordad“, gegenüber der iranischen Agentur ISNA. Insgesamt, so heißt es weiter, würde sich die damit ausgesetzte Summe nunmehr auf 3,3 Millionen US-Dollar belaufen. Sanei sei sich sicher, dass es nicht zu den späteren Beleidigungen in Form von Karikaturen, Artikeln und der Herstellung von Filmen gekommen wäre, hätte jemand das Urteil von Khomeini bereits früher ausgeführt. Diese würde es auch weiterhin geben, solange das Urteil nicht vollstreckt wäre. Laut Saneigehe darum, die Wurzeln einer „anti-islamischen Verschwörung“ auszumerzen.

Noch bevor die Erhöhung seines Kopfgeldes bekannte wurde, äußerte sich Rushdie im britischen Radio zum 14-minütigen Schmäh-Film. Dort bezeichnete er das Werk als „idiotisch“ und als „ein Stück Müll“. Auf der anderen Seite verureilte er aber auch die darauf hin ausgebrochenen gewaltsamen Proteste. Sie seien „eine hässliche Reaktion, die auch als solche benannt werden muss.“

Den Anfang nahmen die Unruhen am vergangenen Tötung mit einem Angriff auf die US-Botschaft in Benghasi bei der auch US-Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter ums Leben kamen (im Sudan wurde am Freitag dann die deutsche Botschaft attackiert – mehr hier). Im Zuge dessen wurde auch eine Entschuldigung der USA für den Film von Seiten des Irans gefordert, der das Video nur als die jüngste in einer Reihe von westlichen Beleidigungen gegen die heiligen Figuren des Islam betrachtet.

Mahmud Ahmadinejad unterstützt Fatwa gegen Rushdie

Im Jahr 1998 distanzierte sich die iranische Regierung unter dem reformistischen Präsidenten Mohammad Khatami vo der Fatwa gegen Rushdie. Doch Hardliner erneuern die Forderung nach dem Tod des heute 65-jährigen Schriftstellers in regelmäßigen Abständen. In ihren Augen ist Khomeinis Dekret unwiderruflich und ewig. Im Jahr 2005 dann die erschreckende Wende: Ayatollah Ali Khamenei bekräftigte die Gültigkeit des islamischen Rechtsgutachtens. Dieses wird auch vom aktuellen Präsident Mahmud Ahmadinejad unterstützt.

Mehr zum Thema:

Erdoğan: Islamfeindlichkeit ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Anti-Islam-Film: Demonstranten zünden US-Flagge in Ankara an
Friedrich: Anti-Islam-Film soll nicht in Deutschland gezeigt werden

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.