BP Report: Türkei gehört zu den weltweit führenden Gas-Konsumenten

Wie ein aktueller BP Report aufzeigt, gehört die Türkei mittlerweile zu den weltweit führenden Nationen, in denen der Gas-Konsum dramatisch zunimmt. Der Energiekonsum der türkischen Bürgerinnen und Bürgerinnen stieg allein im Jahr 2011 um 9.2 Prozent. Gleichzeitig sind aber auch die Erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch.

Die Türkei, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet mit Bezug auf einen aktuellen BP Report, verbrauche derzeit gut ein Prozent der gesamten weltweiten Energie und 1,4 Prozent des Erdgases. Der Gesamtenergieverbrauch des Landes, so heißt es weiter, habe sich allein 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent gesteigert, während der Öl-Konsum um 5,8 Prozent auf nunmehr 32 Millionen Tonnen bzw. 0,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs kletterte. Zum Vergleich: Die USA verbrauchten im vergangenen Jahr 833,6 Millionen Tonnen Öl, etwa 20,5  Prozent des globalen Verbrauchs. Dahinter folgte China mit einem Verbrauch von 461,8 Millonen Tonnen.

Gasverbrauch in 2011 betrug 45,7 Milliarden Kubikmeter

Daneben wies die Türkei mit 17,3 Prozent die weltweit dritthöchste Steigerung des Erdgasverbrauchs auf. Ein Wert, der nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia, nur von Griechenland und China übertroffen werde. Die Türkei nutzt das Gas, um damit das Gros ihrer benötigten Elektrizität zu produzieren (Erdoğans Ziel bis 2030: Zehn Prozent der Elektrizität aus Atomenergie beziehen – mehr hier). Der Gasverbrauch im vergangenen Jahr betrug ganze 45,7 Milliarden Kubikmeter. Direkt einher geht diese Entwicklung mit einem Wirtschaftswachstum von 8,5 Prozent im Jahr 2011 und dem daraus resultierenden Anstieg des Energieverbrauchs. Der Haken: Sowohl in Sachen Öl als auch in Sachen Gas hängt die Türkei stark von Russland, dem Iran und dem Irak ab (die irakische Zentralregierung übte kürzlich scharfe Kritik an der türkisch-nordirakischen Zusammenarbeit – mehr hier).

„2011 war für den globalen Energiemarkt ein ungewöhnlich ereignisreiches Jahr“, so BP Group Chief Executive Bub Dudley, als er im vergangenen Juni die statistischen Daten vorlegte. Die turbulenten Ereignisse des Arabischen Frühlings hätten die Energiemärkte gebeutelt und gleichzeitig die Bedeutung der Erhaltung von freien Kapazitäten und strategischer Vorräte im Falle von Versorgungsunterbrechungen unterstrichen. In diesem Zusammenhang erinnerte Dudley auch an die verheerende Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 in Japan, deren Auswirkungen sofort auf dem Energiemarkt zu spüren gewesen wären.

Türkei: Wind, Erdwärme und Sonne auf dem Vormarsch

Insgesamt ist der weltweite Energieverbrauch im Jahr 2011 um 2,5 Prozent angestiegen. Gleichzeitig liegen die Verbraucher damit aber deutlich unter den 5,1 Prozent im Jahr 2010. Öl gehört mit 33,1 Prozent nach wie vor zu den häufigsten nachgefragten Ressourcen. Die Nachfrage stieg insgesamt allerdings nur um 0,7 Prozent. Der globale Erdgasverbrauch stieg um 2,2 Prozent, gleichzeitig sackte der Wert im krisengebeutelten Europa um satte zehn Prozent ab – so viel wie noch nie. Auf der anderen Seite hat sich der Verbrauch von erneuerbaren Energien, wie Wind, Erdwärme oder Sonne laut BP-Bericht, in der Türkei um 46,6 Prozent erhöht, was einem Gegenwert von 1,3 Millionen Tonnen Erdöl entspricht. Nichtsdestotrotz seien Erneuerbare Energien nicht ertragreich genug, um den türkischen Bedarf zu decken, erklärte die Regierung wiederholt. Die einzige effektive Lösung sei deshalb Atomenergie (mehr hier).

Hier geht’s zum vollständigen BP Report.

Mehr zum Thema:

BP Report: Türkei gehört zu den weltweit führenden Gas-Konsumenten

Energie: Türkei zahlt für ungenutztes Erdgas mehr als eine Milliarde Euro
Zweites AKW in der Türkei: Entscheidung über Partner fällt noch dieses Jahr



Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.