Mohammed-Karikaturen: Frankreich schließt Botschaften und Schulen in gut 20 Ländern

Die französische Regierung hat auf die neuerlichen Veröffentlichungen von Mohammed-Karikaturen durch das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ reagiert. Aus Angst vor weiteren Unruhen sollen am kommenden Freitag Botschaften und Schulen in gut 20 Ländern geschlossen bleiben. Das teilte das französische Außenministerium mit.

Wie der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte, habe er bereits besondere Sicherheitsmaßnahmen „in allen Ländern, in denen das ein Problem darstellen könnte“, angeordnet. Demonstrationen in der islamischen Welt, das lehrt die Erfahrung, finden oftmals nach den Freitagsgebeten statt.

Von den Schließungen vor den Freitagsgebeten sind neben Botschaften und Schulen auch Kulturzentren und Konsulate betroffen. Fabius machte deutlich, dass er durchaus „besorgt“ darüber sei, welche Reaktionen die Veröffentlichung der Karikaturen des Propheten Mohammed auslösen könnte. Das Pariser Magazin habe seiner Meinung nach mit seinem Schritt zusätzliches „Öl ins Feuer gegossen“. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten gewaltsamen Proteste gegen den anti-islamischen Film „Die Unschuld der Muslime“.

Mohammed Karikaturen: Fehlinterpretationen und Verlust von Feinheiten vorprogrammiert

Eben diesen wollen auch die Macher des französischen Satiremagazins in ihrer neuen Karikaturen-Reihe aufs Korn nehmen. Doch Fehlinterpretationen scheinen hier ebenso vorprogrammiert wie ein Verlust der Feinheiten, die im Zuge einer Übersetzung und ungehinderten Zirkulation im Netz zumeist verloren gehen. Insgesamt handelt es sich um vier Zeichnungen. Zwei davon zeigen den Propheten Mohammed.

Die Bedenken des französischen Außenministers werden jedoch offenbar nicht von seinem Kollegen im Innenministerium geteilt. Nach Ansicht von Manuel Valls, der sich zuvor mit führenden muslimischen Vertretern in Frankreich getroffen hatte, sei die Meinungsfreiheit ein durch das Gesetz zugesichertes „fundamentales Grundrecht“, das auch Karikaturen einschließe. Proteste, die die öffentliche Ordnung störten, würde er allerdings nicht tolerieren (in Deutschland fordert derweil der Koordinationsrat der Muslime eine Kultur des Respektes innerhalb der Gesellschaft – mehr hier).

Auch Deutschland hat auf die französischen Zeichnungen reagiert. Die Botschaft im Sudan bleibt weiterhin geschlossen. Die Sicherheitsmaßnahmen für andere Niederlassungen im Ausland wurden erhöht (die Botschaft wurde am vergangenen Freitag von einem wütenden Mob gestürmt – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Koordinationsrat der Muslime: Wir brauchen eine Kultur des Respektes
„Die Unschuld der Muslime“: Türkische Anwälte reichen Beschwerde ein
Zentralrat der Muslime: „Die Unschuld der Muslime“ muss verboten werden

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.