Organisation für Islamische Zusammenarbeit: Anti-islamische Hasspredigen müssen ein Ende haben

Ekmeleddin İhsanoğlu, Leiter der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), hat seine Besorgnis über die aktuellen anti-islamischen Hasspredigen zum Ausdruck gebracht. Hören diese nicht auf, führe das zu noch größerer Gewalt.

Die Welt, so warnt Ekmeleddin İhsanoğlu in Anbetracht des heiß diskutierten US-amerikanischen Schmähfilms sowie der jüngsten Mohammed-Karikaturen aus Frankreich, laufe Gefahr, mit noch mehr Gewalt konfrontiert zu werden, wenn Beleidigungen gegen die Religion nicht endlich kriminalisiert würden. Die „absichtliche, motivierte und systematischen Missbrauch“ der Meinungsfreiheit sei eine Gefahr für die globale Sicherheit und Stabilität (der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan will auf der nächsten UN-Vollversammlung in New York eine weltweite Ächtung von Islamophobie fordern – mehr hier).

Meinungsfreiheit schließt Beleidigung der Religion nicht ein

Erst am vergangenen Donnerstag hat der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bekir Bozdağ die Regierungen der Europäischen Union angerufen, diejenigen zu bestrafen, die in solche Angriffe involviert seien. „Andernfalls werde diese Untätigkeit zu einer Ausbreitung von Beleidigungen gegen Muslime führen, die weitere Konsequenzen nach sich ziehen“, so Bozdağ, während sich der türkische EU-Minister Egemen Bağıs den Worten İhsanoğlus anschloss. Meinungsfreiheit schließe nicht das Recht ein, eine Religion zu beleidigen.

Erste Ausschreitungen an diesem Freitag in Pakistan

Unterdessen blicken an diesem Freitag alle Augen gebannt auf Frankreich und die islamische Welt. Nach der Veröffentlichung weiterer Mohammed-Karikaturen durch das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ rechnet man nun mit weiteren schweren Ausschreitungen (eine für kommenden Samstag angesetzte Demonstration in Paris wurde verboten – mehr hier). Frankreich hat ebenso Vorsorgemaßnahmen getroffen, wie die USA und auch die Bundesrepublik, die ebenfalls zahlreiche deutsche Botschaften in den Krisenländern geschlossen lässt. Nach vereinzelten Unruhen am Donnerstag wurden an diesem Freitag bereits erste Proteste aus dem pakistanischen Peshawar gemeldet. Auch in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad kam es schon zu Ausschreitungen. In Malaysia liefen die Proteste bisher friedlich ab. In Tunesien gilt an diesem Freitag ein Demonstrationsverbot.

http://www.youtube.com/watch?v=Y5nnblEd45A

In Deutschland hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich derweil am vergangenen Mittwoch die Rechtsextremismus-Datei gestartet, die in der Folge der weltweit für Aufsehen sorgenden Neonazi-Mordserie initiiert wurde. Mit Hilfe der Datei sollen künftig schwerwiegende Ermittlungspannen wie im Fall des Zwickauer Neonazi-Trios verhindert und die Erkenntnisse der 36 deutschen Polizei- und Geheimdienstbehörden verbunden werden. Laut Friedrich sei es das Ziel „einen effektiven Kampf gegen Rechtsextremistmus in diesem Land auf den Weg zu bringen, zu führen und damit sicherzustellen, dass das, was passiert ist, in der Zukunft nicht mehr passieren kann“.

Mehr zum Thema:

Anti-Islam-Film: Erste große Demonstration in Deutschland genehmigt
Koordinationsrat der Muslime: Wir brauchen eine Kultur des Respektes
Reaktion auf Anti-Islam-Film: Kopfgeld für Salman Rushdie steigt auf 3,3 Millionen US-Dollar

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.