Überraschende Wende: Erdoğan sagt Reise zur UN-Vollversammlung ab

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hat seine USA-Reise vom 22. bis zum 25. September, wo er an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen sollte, abgesagt. Das teilte sein Büro an diesem Freitag mit. Als Grund für die Absage wird ein anstehender Parteikongress sowie ein dichter Terminplan angegeben.

Ursprünglich wollte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül an der Spitze einer türkischen Delegation nach New York reisen und am 23. September den Vorsitz der Vollversammlung des UN-Sicherheitsrats übernehmen. Er musste das jedoch auf Grund einer Ohr-Infektion absagen (Ende August wurden alle Auslandsreisen der kommenden zwei Monate verschoben – mehr hier). Geplant war unter anderem eine Rede vor der UN-Vollversammlung sowie mehrere Zusammentreffen mit amerikanischen Verantwortlichen.

Erdoğan war dafür vorgesehen, an Stelle von Gül in die USA zu fliegen und dort auch die angekündigte Rede zu halten. Unter anderem soll während der Zusammenkunft auch das für die Türkei immens wichtige Thema Syrien diskutiert werden (darüber hinaus wollte sich der Premier für eine weltweite Ächtung von Islamophobie einsetzen – mehr hier).

Nun scheinen sich die Prioritäten des Premiers allerdings verschoben zu haben: Am 30. September, so berichten derzeit die türkischen Medien, finde der nächste jährliche Parteikongress der regierenden AKP statt. Darüber hinaus, so heißt es aus seinem Büro, hätte er einen dichten Terminkalender. Nun wird Außenminister Ahmet Davutoğlu die türkische Delegation in New York anführen. An der Versammlung werden Staats- und Regierungschefs aus 192 Ländern teilnehmen, darunter US-Präsident Barack Obama, der britische Premier David Cameron, Russlands Ministerpräsident sowie die Präsidenten Frankreichs und Brasiliens und Luiz Da Silva.

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