Gerichtsbeschluss: Anti-Islam-Banner bald an New Yorker U-Bahn-Stationen

Nach einem US-amerikanischen Schmäh-Film und neuen Mohammed-Karikaturen aus Frankreich droht nun die nächste Provokation aus den Vereinigten Staaten. Im Zuge einer richterlichen Entscheidung sollen an New Yorker U-Bahn-Stationen bereits in Kürze Banner aufgehängt werden dürfen, die Muslime in die Nähe von Barbaren rücken.

Der Banner, auf dem die fragwürdige Botschaft „In any war between the civilized man and the savage, support the civilized man. Support Israel, defeat Jihad“ (zu deutsch: „In jedem Krieg zwischen dem zivilisierten Mann und dem Wilden sollst du den zivilisierten Mann unterstützen. Unterstütze Israel, besiege den Jihad“) zu lesen ist, dürfe nach Ansicht eines US-amerikanischen Bundesgerichts durchaus in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Das berichtet derzeit die New York Post.

Entworfen wurde der Schriftzug von der radikal-konservativen Bloggerin Pamela Geller und soll ab dem 24. September für einen Monat an zehn verschiedenen Standorten angebracht werden. Die New York Metropolitan Transit Authority hatte es zuvor abgelehnt, den Banner aufzuhängen. Darauf hin war die ehemalige Medien- Managerin des „New York Observer“ dann vor Gericht gezogen. Letztlich wies der vorsitzende Richter Paul Engelmayer die städtischen Behörden an, das Banner aufzuhängen. Begründet hatte er sein Urteil mit Verweis auf die in den USA herrschede Meinungsfreiheit. Wie ein Vertreter der Metropolitan Transit Authority (MTA) mittlerweile signalisierte, werde man sich dem Beschluss beugen. Die Polizei werde die betreffenden Stationen jedoch im Auge behalten (hierzulande wurde derweile eine Plakataktion des Innenministeriums verschoben – mehr hier).

Verkehrsbehörde in San Francisco distanzierte sich von Banner

Das gleiche Banner, so berichtet auch die türkische Hürriyet, war im vergangenen August und in diesem September bereits für zwei Wochen auf Bussen in San Francisco zu sehen und habe schon dort zu großer Besorgnis geführt. Gleich mehrere Künstler hätten die Organisatorin gebeten, das Wort „Jihad“ durch „Rassismus“ zu ersetzen. Geller weigerte sich jedoch, dieser Bitte nachzukommen. Darüber hinaus distanzierte sich auch die hiesige Verkehrsbehörde mit eigens angefertigten Aufklebern von der Aktion und ließ diese direkt neben die Banner platzieren. Passanten machten es sich zudem zur Aufgabe, die Schriftzüge zu verfremden oder zu überkleben.

Muneer Awad, vom „Council on American-Islamic Relations“, erklärte, dass man das Recht auf freie Meinungsäußerung durchaus respektiere. Daher respektiere man auch Gellers Recht, sich als „Fanatikerin und Rassistin“ aufzuführen. Gleichzeitig hätte man sich in New York natürlich eine andere Entscheidung gewünscht (in Russland halten Muftis die Gläubigen derzeit zur Besonnenheit und Ruhe gegenüber Provokation an – mehr hier).

Geller initiierte Proteste gegen muslimisches Religionszentrum

Pamela Geller ist die Mitbegründerin der „Stop Islamization of America“ Stiftung, die von internationalen nichtstaatlichen Verbände beschuldigt wird, eine Hassgruppe zu sein. Daneben ist sie Gründerin der „American Freedom Defense Initiative“. Sie machte bereits vor gut zwei Jahren von sich reden, als sie Proteste gegen ein muslimisches Religionszentrum in der Nähe von Ground Zero initiierte.

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