Unruhen in Syrien: Türkisches Militär fährt schweres Geschütz an der Grenze auf

An der syrisch-türkischen Grenze kommt es derzeit zu einem erneuten Säbelrasseln. Nach einem ersten Zusammenzug des Militärs Ende Juni, wurden am vergangenen Samstag abermals gepanzerte Fahrzeuge und schweres Gerät in die Nähe eines Grenzübergangs verlegt.

Zuvor hatte es am Grenzübergang Verletzte gegeben, nachdem türkische Zivilisten in der vergangenen Woche von den Kämpfen auf syrischer Seite in Mitleidenschaft gezogen wurden und verirrte Kugeln und Granaten über die Grenze der syrischen Provinz gerieten. Am vergangenen Samstag, so berichtet derzeit CNN Türk, sei schließlich Panik unter den Anwohner ausgebrochen als erneut Artilleriefeuer niedergegangen sei. Nun sind nach Angaben des Senders drei Haubitzen und ein Luftabwehrgeschütz in die Region verlegt worden.

Erstes Säbelrasseln nach Jet-Abschuss im Juni

Es ist nicht das erste Mal, dass die Türkei entlang ihrer 911 Kilometer langen Grenze zu Syrien aufmarschieren lässt. Für Aufsehen sorgte eine Aktion Ende Juni dieses Jahres. Nachdem die Truppen dort bereits seit Mitte des Monats auf Grund des Jet-Abschusses in höchster Alarmbereitschaft standen, wurden sie schließlich durch Militärfahrzeuge, schweres Raketenabwehrgerät und andere Waffen verstärkt. Hierzu erklärte Erdoğan: „Wir haben die Einsatzregeln für die türkischen Streitkräfte geändert. Wir werden auf alle Gesetzesverletzungen an unseren Grenzen reagieren.“ Jeder syrische Soldat, so führte er weiter aus, der sich der türkischen Grenze nähere, werde fortan als Bedrohung eingestuft. Gleichzeitig brachte sich syrische Militär unweit der türkischen Grenze mit 170 Panzern in Stellung (auffällig war das Überwiegen von Flugabwehr-Waffen im Konvoi, der in Richtung Kilis unterwegs  war – mehr hier).

Seit Ausbruch der Unruhen im März 2011 kamen geschätzte 27,000 Menschen ums Leben. Und seither strömen auch die Flüchtlinge zu Hunderttausenden in die benachbarten Staaten. Mittlerweile ist die Flut der Schutzsuchenden derart angewachsen, dass sich die Türkei bereits veranlasst sah, Flüchtlinge kurzzeitig an der Grenze aufzuhalten (die Leute wurden an der Grenze versorgt – mehr hier). Mensch und Material geraten zunehmend an ihre Grenzen. Sowohl die Türkei als auch Jordanien haben mittlerweile an die internationale Gemeinschaft appelliert, sie nicht mit dem Flüchtlingsproblem allein zu lassen.

Freie Syrische Armee bestätigt Verlegung via YouTube

Unterdessen gibt es Neues von Seiten der syrischen Opposition: Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, habe die Freie Syrische Armee ihre Führung mittlerweile vom türkischen Exil auf syrisches Hoheitsgebiet verlagert. Laut dem syrischen General Mustafa Ahmad al-Sheikh, wurde dieser Schritt bereits in der vergangenen Woche vollzogen. Wo sich das neue Hauptquartier befinde, darüber machte er allerdings keine Angaben. Al-Sheikh zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Verlegung den Fall des Regimes al-Assad durch die damit einher gehende Stärkung der Moral der Rebellen beschleunigen werde. Bestätigt wurde das Ganze in einem YouTube-Video:

http://www.youtube.com/watch?v=qIaVuKybSuU

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