4. Oktoberfest in Antalya: Gegner protestieren mit Orangensaft

In Antalya hat eine Gruppe mit der Verteilung von Orangensaft gegen das 4. Oktoberfest in der Stadt demonstriert. In der Vergangenheit geriet der türkische Ableger des bayerischen Traditionsfestes bereits mehrmals in die Schlagzeilen.

Ausgestattet mit Fotografien des Bürgermeisters Mustafa Akaydın und Bannern mit entsprechenden Slogans positionierte sich die Gruppe von Oktoberfest-Gegnern im Zentrum von Antalya, um gegen die noch bis diesen Sonntag, den 23. September, stattfindende Veranstaltung zu protestieren. Ihrer Ansicht nach, so heißt es von Seiten der türkischen Hürriyet, dürfte ein solches Event in Zeiten, in denen die Türkei einen Anstieg an terroristischer Gewalt erlebt, gar nicht stattfinden (erst vor wenigen Tagen wurde eine Schule in Brand gesteckt – mehr hier).

Argumente der Gegner: Terrorgefahr und Touristen

Laut Melikşah Tuğ, Vorsitzender der Jugendvereinigung Kutup Yıldızı, sei das Fest für seine Skandale in der Vergangenheit bekannt. Doch in einer Erklärung gibt die Gemeindeverwaltung von Antalya bekannt, dass die Organisatoren das Fest nicht absagen wollten. „Deshalb“, so Tuğ, „rufen wir die Gemeinde nun dazu auf, öffentlich zu erklären, dass sie das Fest nicht unterstützt. Das Oktoberfest ist ein Projekt der Metropolregion, eine solche Veranstaltung ohne die Unterstützung und das Sponsoring der Gemeinde zu organisieren ist nicht leicht.“ Nachdem die Gruppe ihre Forderung mitgeteilt hatte, verteilte sie Orangensaft an die Passanten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein „Grüner Halbmond“ gegen die Gemeinde von Antalya protestiert, die Bilder des traditionsreichen Müncher „Oktoberfestes“ auf Anzeigentafeln gezeigt hatte. In den Augen der Vereinsmitglieder war das Fest nach deutschem Vorbild nicht mit der türkischen Kultur in Einklang zu bringen, da hier eindeutig zum Konsum von Alkohol aufgefordert werde. Muharrem Balcı, Leiter des Vereins, stellte damals im Rahmen einer Presseerklärung heraus, dass Antalya sein Oktoberfest trotz zahlreicher Warnungen weiter bewerbe, obwohl es bereits Tote, Kämpfe und andere unrühmliche Verhaltensweisen gegeben hätte. Seiner Ansicht nach mache es auch keinen Sinn das Event als Touristenattraktion zu vermarkten. Denn die Touristen, die in die Türkei kämen, würden hier ja die türkische Kultur und nicht einen Ableger ihrer eigenen kennen lernen wollen (Nach Ansicht der Kritiker werde auch das Bier in dieser Zeit zu einem besonders niedrigen Preis ausgeschenkt, um so zum Alkoholkonsum anzuregen – mehr hier).

Original Oktoberfest startet in München

Tausende Kilometer weiter nördlich herrscht derweil weiß-blauer Sonnenschein auf der Theresienwiese. Sechs Millionen Feierlustige aus der ganzen Welt haben sich aufgemacht, um seit diesem Wochenende das Münchner Oktoberfest standesgemäß zu begehen. Die diesjährige Vergnügungsmeile in der Landeshauptstadt erstreckt sich über 26 Hektar. Im Einsatz sein werden rund 12.000 Kellnerinnen und Kellner, die voraussichtlich rund sieben Millionen Maß Bier in den 35 Festzelten servieren werden.

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