100.000 Dollar Kopfgeld: Pakistanischer Minister eröffnet Jagd auf Macher des US-Schmäh-Films

Nicht nur das Kopfgeld auf den britischen Autor Salman Rushdie hat sich im Zuge der Proteste um den anti-islamischen Schmäh-Film „Die Unschuld der Muslime“ auf mittlerweile 3,3 Millionen US-Dollar erhöht. Jetzt legt legt ein pakistanischer Minister nach: Er setzt 100.000 Dollar auf den Macher des Amateurstreifens aus.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Peshawar verkündete der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour das sechsstellige Kopfgeld, das demjenigen gehöre, dem die Tötung des Produzentens des Streifens „Die Unschuld der Muslime“ gelänge. Daneben sollten, so Bilour weiter, sowohl die radikalislamische Taliban als auch die Terrororganisation Al Qaida die Jagd auf den Macher des Films, der allein in Pakistan in den letzten Tagen mindestens 21 Tote und gut 200 Verletzte gefordert hat, unterstützen.

Der Minister selbst bezeichnete das Vorgehen als „edle Tat“ gegen einen „Gotteslästerer“ und „Sünder“. Ihm sei zwar bewusst, dass er mit seinem Mordaufruf eine Straftat begehe, so der Politiker. Für ihn gäbe es jedoch keinen anderen Weg solchen Menschen Furcht einzuflößen. Falls die Regierung ihm den Macher des Films übergebe, würde er die Tat sogar mit seinen eigenen Händen ausführen. Anschließend so, Bilou, könne man auch ihn aufhängen (Innenminister Friedrich will eine Vorführung in Deutschland unbedingt verhindern – mehr hier).

ANP und Premier distanzieren sich von Eisenbahnminister

Dass es sich offensichtlich um einen Alleingang des Eisenbahnministers handelt, zeigen unterdessen die Reaktionen von Premier Raja Pervez Ashraf und seiner eigenen Partei ANP. Beide distanzieren sich deutlich von dem Mordaufruf, der nach derzeitigem Kenntnisstand einem in Los Angeles, Kalifornien, lebenden 55-jährigen koptischen Christen namens Nakoula Basseley Nakoula gilt, der unter dem Pseudonym Sam Bacile gearbeitet haben soll (die staatsnahe iranische Stiftung „15. Chordad“ hatte in der letzten Woche das Kopfgeld auf Salman Rushdie um 500.000 Dollar erhöht – mehr hier).

Während die Proteste gegen das Schmäh-Video in der islamischen Welt aus den Fugen geraten, verliefen am vergangenen Samstag zwei weitere Demonstrationen gegen den Streifen friedlich. Nach einer gut zweistündigen Versammlung am Freitag in Freiburg, kamen am Tag darauf gut 200 Menschen in Karlsruhe sowie gut 1500 Dortmund zusammen. In beiden Städten soll es keine Zwischenfälle gegeben haben.

Marsch zum Parlament in Islamabad

In Pakistan kam es im Verlauf der Woche zu mehreren blutigen Auseinandersetzungen, die ihren Höhepunkt am vergangenen Freitag erreichten, als geschätzte 45.000 Menschen gegen den Film protestierten. Auch am Samstag gingen mehrere Tausend Demonstranten auf die Straße. Bei einem Marsch zum Parlament in Islamabad riefen unter anderem gut 5000 von ihnen „Wir lieben unseren Heiligen Propheten“ und „Strafe für diejenigen, die unseren Prophet gedemütigt haben“.

Weitere Proteste gab es unterdessen in Nigeria, im Libanon, in Israel, Österreich und Frankreich.

http://www.youtube.com/watch?v=o00_bT452ro

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