„Die Unschuld der Muslime“: Neue Proteste in der Türkei

In Istanbul protestierten hunderte Demonstranten gegen den amerikanischen Schmähfilm und wünschten ihren Parolen zufolge Amerika und Israel den Tod. Auch in anderen Ländern kam es am Wochenende erneut zu Ausschreitungen. Erstmals organisierten sich auch Muslime in Athen.

Hunderte Demonstranten protestierten am vergangenen Sonntag in Istanbul und verbrannten amerikanische und israelische Flaggen als Reaktion auf den anti-islamischen Schmähfilm „Die Unschuld der Muslime“. Aktuell drehen sich die Proteste auch um die französischen Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, die Mitte der vergangenen Woche abgedruckt wurden.

Medienberichten zufolge riefen die Demonstranten, zu denen eine Gruppe, die sich selbst „Geliebte des Propheten“ nennt, gehören, Parolen wie „Tod den USA“ und „Tod Frankreich“, auf dem zentralen Istanbuler Taksim-Platz. In der gesamten Gegend sind viele Botschaften ansässig (auch in Deutschland kam es bereits zu ersten Protesten – mehr hier).

In Athen zeigten sich am Wochenende erstmals ähnliche Bilder. Mit Banner wie „Alles was wir haben ist Mohammed“ und „Wir fordern, eine unverzügliche Bestrafung derjenigen, die unseren Propheten verspottet haben“ marschierte die Gruppe hunderter Demonstranten in Richtung US-Botschaft (der US-Botschafter in Libyen war das erste Todesopfer, das die Proteste gefordert hatten – mehr hier). Zwischenzeitlich kam es zu Ausschreitungen, als Polizeibeamte mit Flaschen beworfen wurden und diese mit Tränengas reagierten. Der Protest vor der US-Botschaft sei allerdings verhindert worden, indem U-Bahnstationen sowie Straßen blockiert wurden.

Im Iran haben sich der Nachrichtenagentur Fars zufolge Studenten vor der französischen Botschaft ebenfalls mit Schildern mit den Aufschriften „Die Unschuld der Muslime ist Verrat am Quran“ und „schiitische Brüder, sunnitische Brüder, Einigkeit, Einigkeit“ versammelt.

Im Libanon organisierte die Hisbollah den fünften ihrer Proteste, die sich gegen den Westen und vor allem gegen Israel und die USA richteten.

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