Kabinettsumbildung: Norwegen bekommt erste muslimische Ministerin

Im Zuge der Umbildung des norwegischen Kabinetts durch Premier Jens Stoltenberg wurde am vergangenen Freitag auch erstmals eine muslimische Ministerin ernannt. Die erst 29-jährige Hadia Tajik ist nun Norwegens Kulturministerin.

Hadia Tajik ist nicht nur die erste Muslima im radikal umgebauten Kabinett von Jens Stoltenberg. Die junge Frau, deren Eltern aus Pakistan stammen, wird gleichzeitig das jüngste und auch einzige Kabinettsmitglied ausländischer Herkunft sein.

Tajik tritt nun die Nachfolge von Anniken Huitfeldt an, die ins Arbeitsministerium wechselt. Daneben ersetzte Stoltenberg auch seine Außen-, Verteidigungs-und Gesundheitsminister. „Wir haben diese Veränderungen vorgenommen, um Platz für neue Werte, neue Kraft und neuen Ideen zu schaffen“, so Stoltenberg gegenüber den Reportern, nachdem er Norwegens König Harald über die Umbildung informiert hatte. Es sei eine Kombination aus Erneuerung und Kontinuität.

Hadia Tajik soll frischen Wind ins Kabinett bringen

Er habe Tajik zur Kulturministerin ernannt, weil sie eine hart arbeitende Person sei, die über ein breites Wissen verfüge. „Sie wird ein frischer Wind sein, und ich hatte schon lange vor, ihr einen Ministerposten zu geben.“ Die 29-Jährige selbst will übrigens nicht damit gerechnet haben, Teil des neuen Kabinetts zu werden (in Deutschland ermuntert unter anderem MDB Memet Kilic zur politischen Teilhabe von Migranten – mehr hier). Die ausgebildete Journalistin und Juristin ist bereits seit 2009 als Parlamentarierin tätig und war bereits Beraterin des Regierungschefs. Sie gilt schon seit längerem als herausragendes Talent der  sozialdemokratischen Arbeiterpartei (im Sommer 2011 erklärte die deutsch-türkische Integrationsministerin Bilkay Öney, nicht die „Beschützerin der armen kleinen Migranten“ sein zu wollen – mehr hier).

Die Umbildung des norwegischen Kabinetts ein Jahr vor dem Parlamentswahlen im September 2013 wird von nicht wenigen Beobachtern als letzte Chance für den Premier gesehen, eine Wahlniederlage doch noch abzuwenden. Aktuell lag seine rot-rot-grüne Koalition weit hinter den Umfragewerten der Opposition. Gerade die Ereignisse um die Breivik-Attentate haben Stoltenberg schwer zugesetzt. Dazu kommt Kritik auf Grund der eklatanten Mängel im norwegischen Gesundheitssystem. Das soll jetzt der ehemalige Außenminister Jonas Gahr Støre richten.

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