NATO-Friedensmission: Türkei bleibt für weiteres Jahr in Afghanistan

Die Entscheidung ist gefallen: Noch bis zum November 2013 will die Türkei das Kommando über die NATO-Friedensmission in der afghanischen Hauptstadt Kabul behalten. Wie das Außenministerium bekannt gab, habe man einer ab 1. November dieses Jahres gültigen Verlängerung um ein Jahr zugestimmt.

Die Türkei hat das Kommando in Kabul bereits im November 2009 übernommen. Solange man in Afghanistan gebraucht würde, so das bisherige Signal aus Ankara, werde man die Soldaten auch nicht abziehen.

Im Rahmen der Isaf-Friedensmission sind bisher gut 1800 türkische Soldaten nach Kabul entsandt worden. Dort sind sie unter anderem für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte zuständig. Da der Einsatz der türkischen Truppen keine Teilnahme an Kampfeinsätzen vorsieht, hatte man bisher relativ geringe Verluste zu beklagen. 2009 wurden zwei Militärs, einer von ihnen Oberst, in Nord-Afghanistan bei einem Verkehrsunfall getötet.

MHP-Chef fordert Afghanistan-Einsatz zu überdenken

In Frage gestellt wurde der Einsatz jedoch dann im Zuge eines verheerenden Hubschrauber-Absturzes in Kabul im März dieses Jahres. Bei dem Unglück kamen insgesamt zwölf türkische Soldaten und fünf Zivilisten ums Leben und stellte somit den bisher schwersten Verlust der türkischen Truppen seit Beginn ihres Afghanistaneinsatzes dar (es wurde von technischem Versagen ausgegangen – mehr hier). Als Konsequenz sagte damals der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan seinen Besuch in Deutschland ab, wo er in Bochum eigentlich den „Steiger Award 2012“ entgegen nehmen sollte. Gleichzeitig forderte der Chef der rechtsextremen türkischen „Partei der Nationalistischen Bewegung“ (MHP), Devlet Bahçeli, dass die Türkei ihre Präsenz in Afghanistan als Teil der von der NATO geführten internationale Schutztruppe Isaf noch einmal überprüfen sollte (ihm ging es um die Kosten und die Sicherheit für die türkischen Soldaten – mehr hier).

Im Zuge des Hubschrauber Absturzes hatte auch die türkische Internet-Community angefangen, den Afghanistan-Einsatz ihres Landes zu hinterfragen. Die Militär-Präsenz der Türkei am Hindukush wurde seinerzeit sogar zu einem Trend-Thema auf Twitter. Doch das türkische Außenministerium ließ sich davon nicht beeindrucken. In einer Erklärung bekräftigte man schnell und nachdrücklich das Engagement der türkischen Streitkräfte in diesem NATO-geführten Isaf-Einsatz.

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