„Panic Button“: Training für türkische Frauen startet in Kürze

Das türkische Ministerium für Familie und Sozialpolitik wird in Kürze mit dem Training für die so genannten „Panic Buttons“ beginnen. Das neue System soll türkischen Frauen, die einem erhöhtem Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, künftig ermöglichen, unmittelbar polizeiliche Unterstützung rufen.

Die Alarmknöpfe sollen den betroffenen Frauen in Zukunft diskret und in verschiedenen Optionen zur Verfügung stehen. Getarnt in Halsketten, Armbändern, im Handy oder in kleinen Boxen, nicht größer als eine Streichholzschachtel, können sie stets unauffällig mitgeführt werden. Darauf angebracht ist ein Icon für die bekannte „Alo 155“-Polizei-Notrufnummer. Einmal gedrückt, verbindet sie direkt mit einem Call-Center, deren Betreiber umgehend die Polizei informieren (Hierzu hat das Ministerium eine Vereinbarung mit dem GSM-Unternehmen Avea getroffen – mehr hier).

„Panic Button“ funktioniert nicht in jeder Situation

Erste Pilotprojekte, so informiert die türkische Zeitung Sabah, gäbe es nun in Bursa und Adana. Und dort, so gibt das Ministerium für Familie und Soziales bekannt, würden schon in Kürze Trainingseinheiten mit rund 100 weiblichen Opfern häuslicher Gewalt beginnen, die nun als erstes die Geräte testen sollten. Zunächst, so heißt es weiter, würde die prinzipielle Funktionsweise der „Panic Buttons“ und des damit zusammenhängenden Systems erläutert. Danach werde den Teilnehmerinnen näher gebracht, wie sie den Button betätigen und wann sie das Gerät am besten aufzuladen hätten.

Verinnerlichen sollen die Frauen darüber hinaus, dass der „Panic Button“ lediglich der Hilfe und Abschreckung diene und keinesfalls als alleiniger „Lebensretter“ betrachtet werden sollte. Denn natürlich gebe es auch Bereiche, in denen er derzeit nicht funktioniere. So seien zum Beispiel durchaus Signalstörungen möglich. In Aufzügen, die sich unterhalb der Erde befänden, funktionere er ebenfalls nicht. Von einer Verwendung absehen sollten die Frauen auch unter der Dusche oder in der Toilette. Hier könnte es nicht nur zu Störungen kommen, sondern auch die Nutzerinnen selbst in Gefahr bringen.

Die Teilnehmerinnen des Pilotprojektes werden von den hiesigen Gerichten benannt. Sie können das Gerät fortan für ein Jahr austesten. Danach soll das Projekt flächendeckend in der gesamten Türkei zum Einsatz kommen (ein Ex-Polizist gab Frauen selbst die Schuld an den Übergriffen – mehr hier).

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