TOBB: Familienstreit gehört zu den Hauptursachen für türkische Firmenschließungen

Der türkische Dachverband der Handelskammern (TOBB) hat 40.000 lokale Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten schließen mussten, analysiert. Das Ergebnis: In mehr als 65 Prozent aller Fälle waren die Betriebe nicht älter als fünf Jahre. Als eine der Hauptursachen für die Schließungen konnte der TOBB Familienstreitigkeiten ausmachen.

Laut TOBB-Präsident Rifat Hisarcıklıoğlu sei eine Tendenz zu innerfamiliären Streitigkeiten einer der Hauptgründe dafür, warum türkische Unternehmungen so schnell wieder geschlossen würden.

Das ist eines der vorläufigen Ergebnisse, zu dem eine TOBB-Analyse von September 2011 bis August 2012 kommt, innerhalb der der Verband 40.000 türkische Firmen untersucht hat, die kürzlich ihre Pforten geschlossen hatten.

Türkische Betriebe nicht sehr beständig

„Im vergangenen Jahr wurden 109,000 neue Firmen gegründet und 40,000 wieder dicht gemacht“, so Hisarcıklıoğlu nach seiner Rückkehr aus Griechenland, wo er sich mit der griechischen Tourismusministerin Olga Kefalogianni getroffen hatte (derweil wird der türkische Wirtschaftsminister an diesem Dienstag in Baden-Württemberg erwartet – mehr hier).

Obwohl die Türken laut Hisarcıklıoğlu ein unternehmerisches Volk seien, wären sie nicht besonders erfolgreich darin gewesen, ihre Betriebe auch am Leben zu halten oder gar zu expandieren. Im Zuge seiner Reisen durch ganz Anatolien und Gesprächen mit zahlreichen Betrieben, führt der TOBB-Präsident neben Familienstreitigkeiten aber auch eine ganze Reihe anderer Faktoren, wie etwa die globalen Wirtschaftskrise, auf, die letztlich zum Aus einer Unternehmung geführt haben. Sein besonderes Augenmerk gelte jedoch den Familienzwistigkeiten.

Die meisten türkischen Betriebe sind Familienunternehmen

Und das tut der Fachmann nicht ohne Grund: „Die meisten unserer Firmen sind Familienunternehmen. Da sie nicht genossenschaftlich sind, kommt es hier in kürzester Zeit zu Streit zwischen Brüdern und Eheleuten, worunter dann auch die Firma leidet.“ Der Schlüssel zu Erfolg und Wachstum liegt nach Ansicht von Hisarcıklıoğlu deshalb in Partnerschaften. Denn der Kurzzeittrend zeigt: Rund 65 Prozent der Unternehmen, die im vergangenen Jahr geschlossen haben, wurden erst innerhalb der letzten fünf Jahre eingerichtet. Etwa 24 Prozent der geschlossenen Unternehmen wurden in einer Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren gegründet und nur etwa elf Prozent waren mehr als zehn Jahre aktiv (insgesamt scheint sich der türkische Boom dem Ende entgegenzuneigen – mehr hier).

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