Erdgas: Nordirak will über die Türkei an Europa liefern

Die Kurdische Regionalregierung (KRG) im Nordirak will Energielieferungen an die Türkei verstärken und von dort aus weiter an europäische Ländern exportieren. Demnach solle in der Türkei entweder eine zentrale Anlage entstehen oder eine dritte Pipeline.

Der Nordirak will den europäischen Energiemarkt erschließen. Das erklärte der Energieminister der Kurdischen Regionalregierung, Ashti Hawrami, in Istanbul. Dabei will Arbil diesmal nicht die Zentralregierung in Bagdad übergehen.

Kürzlich hatte der Nordirak mit der Türkei einen Vertrag unterzeichnet und dabei Bagdad übergangen (für die Zentralregierung war der Deal deshalb illegal – mehr hier). Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, einigten sich die KRG und die irakische Regierung in der vergangenen Woche darauf, dass der Nordirak die eigenen Energievorkommen exportieren könne. Der Nordirak beabsichtige den Export an die Türkei allmählich auf 15 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen.

„Später ziehen wir zwei Optionen in Betracht. Eine Pipeline oder eine Flüssiggas-Anlage in der türkischen Stadt Ceyhan, um weiteres Gas nach Europa zu exportieren“, so Hawrami. Die Pipeline solle nicht nur dem nordirakischen, sondern dem Gas-Export des gesamten Landes dienen.

Der Irak liefert Rohöl über zwei Pipelines in die südliche gelegene Stadt Ceyhan. Eine dritte Pipeline sei dringend nötig, um insgesamt auf anvisierte sechs bis sieben Millionen Barrel pro Tag zu kommen. Der Nordirak allein will bis 2015 auf eine Million exportierte Barrel kommen.

Für eine Entspannung der türkisch-irakischen Beziehungen sorgte sicherlich auch die Aufhebung einer Sperre türkischer Lizenzen (mehr hier). Registrierungen türkischer Firmen im Irak werden ab sofort wieder zugelassen. Die türkische Regierung betont, dass dies nicht auf politische Spannungen, sondern, wie bereits das irakische Handelsministerium erklärt hatte, auf eine Prüfung der Unternehmen zurückzuführen gewesen sei. Damit sind nun auch wieder Finanztransaktionen mit türkischen Firmen im Nordirak möglich.

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