Hunde-Vergewaltiger: Istanbuler Gemeinde will Verbrecher per Petition loswerden

Anwohner im Istanbuler Stadtteil Ataşehir gehen derzeit offensiv vor, um einen unerwünschten Bürger in ihrer Nachbarschaft los zu werden. Via Petition setzen sie sich dafür ein, dass ein Mann, der der Vergewaltigung eines Hundes überführt wurde, die Gegend verlassen muss.

Der Mann, so berichtet die türkische Zeitung Radikal, sei wegen der Vergewaltigung eines Hundes verurteilt worden, doch schon bald gegen eine Geldstrafe in Höhe von 250 Lira wieder auf freien Fuß gekommen.

Mit einer bloßen Geldstrafe scheinen zahlreiche Bewohner im Istanbuler Stadtteil Ataşehir allerdings nicht einverstanden zu sein. Sie unterstützen eine Unterschriften-Aktion des betroffenen Hundebesitzers und fordern, dass der Täter die Nachbarschaft zu verlassen habe. Ihr Argument: Sie wollen nicht in der selben Gegend leben, wie jemand, der ein derart abscheuliches Verbrechen begangen habe (erst im vergangenen März wurde in der Türkei die erste Tierschutzpartei gegründet – mehr hier). Der Hundebesitzer, so heißt es weiter, habe überdies neuerlich Beschwerde gegen den Vergewaltiger eingereicht. Darin beschuldigt er ihn des Verstoßes gegen seine privaten Eigentumsrechte und der Vergewaltigung seines Hundes (ein Drama hatte sich unterdessen in Ankara ereignet als streunende Hunde einen Passanten töteten – mehr hier).

Tiermisshandlung nach türkischen Strafgesetzbuch bestrafen

In letzter Zeit erschütterten gleich mehrere Berichte über derartigen Tiermissbrauch die türkischen Medien. So wurde erst kürzlich ein 80-jähriger halbnackter Mann im Bezirk Ereğli in der zentralanatolischen Provinz Konya dabei erwischt, als er sich an einer Kuh verging. Daneben wurde ein Fall von Vergewaltigung einer Ente bekannt.

Artikel 5199 des türkischen Tierschutzgesetz stellt den Geschlechtsverkehr mit Tieren zwar unter Strafe, diese beläuft sich in der Regel aber lediglich auf eine Geldbuße von 250 Lira. Ein aktueller Gesetzentwurf zielt jedoch darauf ab die Misshandlung von Tieren künftig im Rahmen des türkischen Strafgesetzbuches zu bestrafen. Tritt dieser tatsächlich in Kraft, dann können derartige Täter in Zukunft auch mit Gefängnis bestraft werden.

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