Beschneidungsdebatte: Diyanet-Chef spricht im Bundestag

Das Justizministerium legte am Dienstag eine ersten Gesetzesentwurf zur Legalisierung der religiös motivierten Beschneidung vor. Vor der Verabschiedung eines endgültigen Gesetzes soll allerdings noch Mehmet Görmez, der Leiter des Amtes für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei, im Bundestag sprechen können. Ihm geht es nicht nur um die Beschneidung, sondern um den Umgang mit religiösen Symbolen insgesamt.

Zur Beschneidungsdebatte in Deutschland soll nun auch Mehmet Görmez, Leiter des Amtes für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei (Diyanet), im Bundestag vorsprechen. Dabei werde er, so erklärte er während seines aktuellen Besuchs Saudi Arabien, nicht ausschließlich auf die Notwendigkeit der Beschneidung aus religiöser Sicht eingehen. Er wolle hingegen deutlich machen, wie sehr er ein Verbot religiöser Symbole insgesamt ablehne.

„In einem modernen Staat können Parlamente, Politiker und Anwälte nicht über religiöse Praktiken, die auch islamische Symbole beinhalten, richten oder sie verbieten“, so Görmez. Der Umgang mit Religion in Deutschland müsse sich grundlegend ändern.

Im Juni hatte ein deutsches Gericht entschieden, die religiös motivierte Beschneidung sei Körperverletzung und damit verboten (mehr hier). Nach heftiger Kritik von jüdischer, muslimischer und auch christlicher Seite hatte sich der Bundestag auf eine Resolution geeinigt, die die Beschneidung allgemein erlauben sollte (mehr hier). Berlin legalisierte die Beschneidung offiziell als erstes Bundesland (mehr hier). Es wird jedoch schon an einem bundesweiten Gesetz gearbeitet. Am Dienstag hat das Justizministeriumden den einzelnen Bundesländern bereits einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung der Beschneidung vorgelegt.

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